Favoritenrolle im Dax
Ende des Dornröschenschlafs

Die Aufholjagd der vergangenen Wochen war erstklassig, der Dämpfer der vergangenen Tage daher eine fast notwendige Konsequenz. Seit Ende September ist die Aktie der Münchener Rück von knapp 90 bis auf 120 Euro geklettert. Den anschließenden Rückfall bis auf 114 Euro dürfte das Papier gut verkraften.

MÜNCHEN. Nach monatelangem Dornröschenschlaf sind die Anleger auf das Papier des weltgrößten Rückversicherers aufmerksam geworden. Und auch die Analysten zeigen sich wesentlich optimistischer. Im Grunde döste das Papier seit dem Tiefstand im März 2003 bei knapp 47 Euro vor sich hin, mühevoll war der Aufstieg, Charttechniker entdeckten eine ziemlich langweilige „Keilform“. Doch dann kam der Ausbruch über 100 Euro und der steile Anstieg in lange nicht erreichte Höhen.

Manchem Analysten war das bereits zu viel, am Donnerstag erst senkte JP Morgan die Einschätzung für das Papier von „übergewichten“ auf „neutral“, beließ allerdings das Kursziel bei 115 Euro. Die Gewinnschätzung je Aktie beziffern die Experten jetzt mit 11,34 Euro, sagen für 2006 aber eine weitere Steigerung voraus. Wenige Tage zuvor war die Landesbank Baden-Württemberg noch deutlich optimistischer, sie erwartet einen Nettogewinn je Aktie von etwa 13 Euro und erhöhte das Kursziel von 105 auf 130 Euro – die derzeit optimistischste Schätzung im Kreis der Analysten.

Gerade deshalb lohnt eine genauere Betrachtung der LBBW-Studie. Die Analysten aus Stuttgart haben die führenden Anbieter der europäischen Versicherungs-Branche einer vergleichenden Bewertung unterzogen, bei der die Münchener Rück durchweg gut wegkommt. Auffallend ist vor allem das beispielhaft günstige Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von neun für das Jahr 2005. Fürs Folgejahr rechnen die Experten mit einem Anstieg auf 10,7. Vergleichbar günstig ist derzeit nur die niederländische Aegon zu haben – und die hat ganz andere Belastungen hinter sich als die Münchener.

Das außergewöhnlich günstige KGV der Münchener Rück dokumentiert zunächst, dass der Konzern trotz erheblicher Belastungen aus der wohl schlimmsten Wirbelsturmsaison aller Zeiten 2005 einen Rekordgewinn erzielen wird. Dieser ist allerdings nur möglich, weil der Rückversicherer sich in großem Maße von Finanzbeteiligungen getrennt hat, insbesondere von Paketen an der Allianz und Hypo-Vereinsbank/Unicredito.

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