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FDA-Aussagen zu Naproxen und Pfizer belasten Pharmawerte

Die jüngsten Nachrichten der US-Gesundheitsbehörde über ein erhöhtes Herzrisiko bei der Einnahme des Schmerzmittels Naproxen haben am Dienstag zahlreiche Pharma-Werte belastet.

dpa-afx FRANKFURT. Die jüngsten Nachrichten der US-Gesundheitsbehörde über ein erhöhtes Herzrisiko bei der Einnahme des Schmerzmittels Naproxen haben am Dienstag zahlreiche Pharma-Werte belastet. Die Papiere von Bayer verloren 1,07 Prozent auf 24,93 Euro, Titel von Stada gaben 1,57 Prozent auf 19,44 Euro. Dagegen stiegen Aktien von Roche nach anfänglichen Verlusten um 0,23 Prozent auf 129,10 Schweizer Franken. Der Dax stieg zeitgleich 0,16 Prozent auf 4 218,16 Punkte.

Händler betonten, dass Mittel werde unter anderem von Bayer, Roche und Stada mit unterschiedlichen Namen vertrieben. Außerdem würden die Werte zusätzlich von den Meldungen der vergangenen Tage zum Arthrose-Mittel Celebrex von Pfizer belastet. Pfizer-Papiere hatten am Montag erneut kräftig verloren.

"Für Stada dürften die Aussagen zu Naproxen keine Auswirkungen haben", hob Analyst Alexander Groschke von der Landesbank Rheinland-Pfalz hervor. Falls es hier Einbußen geben sollte, könnten diese durch zusätzliche Verkäufe anderer Stada-Mittel wie etwa Ibuprofen ausgeglichen werden. Auch für Bayer sei die wirtschaftliche Bedeutung von Naproxen gering. Dies könne höchstens das Image des Unternehmens belasten.

Bei den Kursverlusten am Dienstagvormittag handele es sich um eine "Überreaktion" des Marktes, sagte Groschke weiter. Den negativen Schlagzeilen zu Vioxx von Merck & Co. sowie Celebrex von Pfizer seien nun noch welche zu Naproxen gefolgt. "Das schlägt natürlich auf die Stimmung."

Ein anderer Analyst betonte, dass die Äußerungen der FDA zu Naproxen nicht völlig überraschend seien. Es sei bekannt, dass gerade ältere Schmerzmittel eher negative Auswirkungen bei längerer Einnahme hätten. Die Nachrichten zu Naproxen dürften die jeweiligen Pharmaunternehmen nicht wirtschaftlich schädigen. Allerdings belasteten die jüngsten Meldungen zu Pfizer und Merck & Co. das Sentiment für Aktien von Pharmaunternehmen.

Mit Blick auf die Roche-Gewinne sagte ein Analyst, dass der Einfluss auf die Roche-Umsätze nicht wesentlich sei. Zudem solle dieser Teil des Geschäfts an Bayer verkauft werden.

Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hatte am Montagabend vor einem erhöhten Herzrisiko bei der Einnahme des Schmerzmittels Naproxen gewarnt. Das Medikament wird unter verschiedenen Markennamen vertrieben, unter anderem als Aleve von Bayer und Naprosyn von Roche. Patienten sollten das rezeptfreie Naproxen nicht länger als zehn Tage ohne ärztlichen Rat einnehmen, teilte die FDA mit. Die Behörde beruft sich auf Ergebnisse einer Studie des National Institutes of Health.

Inzwischen hat Bayer Gespräche mit FDA über Naproxen/Aleve angekündigt und einen Marktrückzug ausgeschlossen.

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