Fehlender Ausblick
Anleger schicken Lanxess-Aktie auf Talfahrt

Der Spezialchemiekonzern Lanxess hat 2008 mehr verdient als Analysten erwartet hatten. Dennoch rutscht die Aktie des Konzerns nach der Bilanzvorlage ans MDax-Ende. Die Anleger stört, dass sich Lanxess für 2009 keine Prognose zutraut. Zudem streicht das Unternehmen die Dividende deutlich zusammen.

HB FRANKFURT.Eine wenig inspirierende Bilanzvorlage hat die Aktie von Lanxess kräftig unter Druck gesetzt. Mit hohen Kursverlusten von bis zu zehn Prozent war das Papier mit Abstand schwächster Wert im MDax. Der Spezialchemiekonzern erreichte zwar trotz des Konjunktureinbruchs seine Ziele für 2008 und will sich mit einem millionenschweren Sparpaket gegen die Krise stemmen. Allerdings sei „eine Trendwende mit anziehender Nachfrage zurzeit nicht in Sicht“, sagte Konzernchef Axel Heitmann.

Das erste Quartal dürfte operativ nicht besser ausfallen als das vierte Quartal 2008. Im Januar und Februar habe sich die schwache Entwicklung fortgesetzt, sagte Heitmann. Einen Ausblick auf 2009 gab er wegen der vielen Unsicherheiten im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld nicht. Der Konzern übertraf die Ertragserwartungen der Experten, blieb mit einer für 2008 auf 0,50 (1,00) Euro je Aktie gekürzten Dividende aber unter den Prognosen.

Gegen 11 Uhr lag die Aktie gegen den leicht positiven Markttrend bei knapp 12 Euro 8,5 Prozent im Minus. Der MDax stieg dagegen um 0,2 Prozent auf 4 490 Zähler.

Am Markt stießen insbesondere der fehlende Ausblick für das Gesamtjahr und die niedrigere Dividende auf Kritik. Zudem klängen die Aussagen zum ersten Quartal „alles andere als positiv“ und die Zahlen für 2008 hätten „die Erwartungen durch die Bank leicht verfehlt“, hieß es von einem Händler. Einziger Lichtblick sei das Kostensenkungsprogramm - dieses reiche aber nicht aus, um die Aktie zu stützen.

Nachdem das Papier bereits am Vortag unter Druck gestanden hat, setze sich dieser Trend nun fort. Eine wichtige charttechnische Unterstützung sieht der Experte bei rund zwölf Euro. Ein weiterer Börsianer geht davon aus, dass die Aktie sich mangels Impulsen durch die Bilanzvorlage weiterhin in der Handelsspanne von 11,00 bis 14,00 Euro bewegen werden.



Hier finden Sie die aktuellsten Analysten-Einstufungen zu Lanxess.



„Die Dividende ist eine Enttäuschung und der Ausblick lässt keine Verbesserung erwarten“, schrieb Analyst Martin Rödiger von Cheuvreux. Dagegen habe das operative Ergebnis vor Sonderposten im vierten Quartal trotz des Rückgangs über seiner und der Markterwartung gelegen. Rödiger beließ die Aktie auf „outperform“ mit einem Kursziel von 17 Euro.

Auch Merrill-Lynch-Analyst Andrew Stott sah die operative Entwicklung im Schlussquartal über seinen und den Konsensschätzungen. Dagegen sei der Verlust je Aktie höher ausgefallen als prognostiziert und die Dividende sowohl hinter seiner als auch der Markterwartung zurückgeblieben. Letzteres müsse aber auch im Kontext des Bargeldbedarfs für die Restrukturierung des Untenehmens betrachtet werden. Dass das Management keine Verbesserung der operativen Lage im ersten Quartal sehe, klinge ähnlich wie Aussagen anderer Unternehmen aus der Branche. Stott sieht die Aktie mit einem Abschlag zum Chemiesektor bewertet. Sein Votum für Lanxess lautet „buy“ mit einem Kursziel von ebenfalls 17 Euro.

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