Feri Trust weist auf stark geschrumpftes Vermögen hin
Analystenhaus stuft Aktienfonds von Nordea herab

Auch eine Anlagegesellschaft mit gutem Ruf weist nicht unbedingt bei allen Produkten gute Leistungen aus. Ein aktuelles Beispiel gibt das renommierte skandinavische Fondshaus Nordea, das unter anderem mit Value-Portfolios, die auf Substanzwerte ausgerichtet sind, Erfolge erzielt.

ina FRANKFURT/M. Nordea gilt auch aus Branchensicht als Erfolgsstory. „Die Firma schaffte es, über ihren Heimatmarkt hinaus auch in andere europäische Länder zu expandieren“, sagt Ludger Kübel-Sorger, Asset-Management- Experte beim Beratungsunternehmen Boston Consulting Group.

Die Analysefirma Feri Trust hat jetzt jedoch den asiatischen Value-Fonds der Gesellschaft (Far Eastern Value Fund) auf die Durchschnittsnote „(C)“ herabgestuft. Vor einem Jahr war das Produkt noch zwei Bewertungsklassen besser benotet worden und mit dem besten Rating „(A)“ versehen (Tabelle). Feri-Analyst Achim Backhaus begründet die Abstufung mit der Fünfjahresperspektive des Rating-Konzepts. „Der Fonds war zu Anfang dieser Periode sehr technologielastig, was ihm im High-Tech-Boom half“, sagt er.

Auch nach dem Platzen der Spekulationsblase habe er bis in das vergangene Jahr hinein an dieser Ausrichtung festgehalten. „Zu seinem Schaden“, sagt der Feri-Mann. Jetzt sei der Fonds zwar neutraler ausgerichtet. Aber die „guten Zeiten“ würden nun sukzessive aus dem Betrachtungszeitraum herausfallen. Im Vergleich zu damals habe sich das Fondsvermögen extrem verringert – auf jetzt 150 Mill. Euro.

Die Übersicht über Fonds mit markanten Rating-Veränderungen ist ein exklusiver monatlicher Service für die Handelsblatt-Leser. Sie bietet eine Aufzählung aller in Deutschland zugelassenen Produkte, bei denen sich die Bewertung im aktuellen Zwölfmonatsrückblick (April 2004 bis April 2005) um mindestens zwei Klassen verändert hat.

Ein zweiter Service ist die Beobachtungsliste, die Leser dieses Mal online abrufen können (siehe Link). Es handelt sich um eine Art Frühwarnsystem für mögliche künftige Bewertungsveränderungen. Die Bewertungen bieten Investoren Orientierungshilfe bei der Produktwahl innerhalb der gleichen Anlagegruppe. Ratings von Fonds aus unterschiedlichen Anlagegruppen sind nicht vergleichbar. Per saldo gibt das Rating Aufschluss darüber, inwieweit ein Fonds für einen mittelfristigen Zeitraum eine stabile, überdurchschnittliche Wertentwicklung bei relativ niedrigem Risiko aufweist.

Zur Notengebung: Die Feri-Strategen bilden in den wichtigsten Fondsgruppen fünf Qualitätsstufen auf einer Skala von „(A)“ für sehr gut bis „(E)“ für schwach. Die Gesamtnote wird zu 70 Prozent durch die Ergebnisse der Performanceanalyse bestimmt, zu 30 Prozent durch die Resultate der Risikoprüfung. Bei den Performanceaspekten zählt zum einen die Wertentwicklung im Verhältnis zum Vergleichsindex und zu anderen Fonds mit ähnlicher Ausrichtung. Zum anderen fließen die Stabilität der Wertentwicklung sowie das Fondsverhalten in Auf- und Abschwungphasen an der Börse mit in die Bewertung ein.

Für ein Rating kommen lediglich Produkte in Frage, die fünf Jahre oder länger existieren. Noten werden nur vergeben, wenn es mindestens 20 Konkurrenzfonds gibt. Einige Produktgruppen sind vom Rating ausgenommen. Das gilt insbesondere für Geldmarktfonds, bei denen eine Bewertung auf Grund der durchweg sehr stabilen Wertentwicklung wenig sinnvoll wäre.

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