Finanz- und Autoaktien im Fokus
Dax-Ausblick: Günstiges Niveau zum Einstieg

Analysten sind skeptisch, ob der Dax in der kommenden Woche von Quartalszahlen der Unternehmen profitieren kann. Sie schauen in der kommenden Woche besonders auf die Ergebnisse aus der Automobil- und Finanzbranche. Mittelfristig prognostizieren Börsianer jedoch steigende Kurse - und raten daher auf dem derzeitigen Niveau zum Kauf.

RSC DÜSSELDORF. „Ich glaube nicht, dass wir an die beiden starken Quartalszahlen von Schering und SAP anknüpfen können. Die 4000-Punkte im Dax werden wir wohl erst mal nicht wieder sehen. Es bleibt abzuwarten, ob die Marke von 3900 hält“, sagt Frank Schallenberger, Aktienstratege bei der Landesbank Baden-Württemberg. Neben Vorsicht bei den Prognosen für die Quartalszahlen verweist er zudem auf das Risiko aus dem anhaltend hohen Ölpreis für Konjunktur und Unternehmensgewinne.

In der abgelaufenen Woche hatte sich der Dax zwischenzeitlich bis auf wenige Punkte an die 4000-Punkte-Marke herangekämpft, war dann aber wegen erneut anziehender Rohölpreise wieder zurückgefallen. Technische Analysten bestätigen die Patt-Situation im Dax. So sieht Wieland Staud von Staud Research den Index in einer Spanne von 3900 und 4000 Punkten „gefangen“. Ein Ende der Konsolidierung sei zumindest kurzfristig nicht abzusehen. Marcel Mußler, Herausgeber der Mußler-Briefe, sieht die Lage ähnlich: Nach oben hin sei der Dax im Bereich von 3980 bis 4008 Punkten begrenzt, nach unten hin bei 3897 Zählern.

Die Experten der Commerzbank interpretieren das anders: Erfreulich sei in der aktuell unübersichtlichen Gemengelage aus positiven und negativen Nachrichten zu werten, dass es dem Dax gelungen sei, sich über der Marke von 3900 Punkten zu behaupten. Dies eröffne die Chance auf einen Aufschwung, der jederzeit einsetzen könne. Auch die Analysten der DZ Bank sind zumindest mittelfristig optimistisch: Der deutsche Aktienmarkt sei mit einem KGV von 11,2 so niedrig bewertet wie zuletzt 1981 und während des Irakkriegs im Jahr 2003.

Trotz der aktuellen Belastungen für den Aktienmarkt seien weiterhin Gewinnsteigerungen zu beobachten. Daher gehen die DZ-Banker davon aus, dass sich die vorherrschende Übertreibung am Rohöl und Rentenmarkt mittelfristig abbaut. Die sinkende Kostenbelastung durch niedrigere Ölpreise und Portfolioumschichtungen bei Rentenmarktverlusten sollten ihrer Einschätzung nach dazu führen, dass der Dax auf Sicht der nächsten sechs Monate deutlich ansteigt somit das aktuelle Niveau eine günstige Einstiegsmöglichkeit darstelle. Die Experten der Commerzbank preisen seit Wochen die Aktie der Deutschen Telekom an. Diese erweise sich als relativ immun gegen die derzeit heftigen Marktschwankungen.

Es gibt es weitere gewichtige Argumente für den Aktienmarkt. So dürfte sich die Wirtschaftserholung trotz aller vorübergehenden Rückschläge fortsetzen. Sollte das von den Instituten für 2005 angenommene Wachstum von 7,5 % annähernd erreicht werden, würde dies für die global ausgerichteten Unternehmen der Eurozone erhebliche Erträge bedeuten, folgern die Analysten der Bankgesellschaft Berlin. In Zusammenhang mit der niedrigen Bewertung sei hiermit eine wichtige Voraussetzung für tendenziell steigende Kurse gegeben, zumal von der Geldpolitk derzeit keine Risiken ausgingen.

Banken leiden unter schwacher Börsenphase

Aus der Flut der Termine dürften Zahlen aus dem Automobil- und dem Finanzsektor herausragen - beides Branchen, die zuletzt mit größeren Schwierigkeiten zu kämpfen hatten.

In der kommenden Woche stehen die Zahlen zum dritten Quartal der Autohersteller Volkswagen und Daimler-Chrysler, der Deutschen Bank und des Handelskonzerns Metro im Blickpunkt. Die Deutsche Bank macht den Auftakt bei den Unternehmensberichten der großen Kreditinstitute. Die Zahlen der Banken dürften nach Einschätzung von Experten durch die geringen Handelsaktivitäten an den Börsen von zwei Seiten belastet worden sein. „Einerseits ist mit schwachen Handelsergebnissen zu rechnen. Andererseits drückt die Zurückhaltung der Kunden auf die Provisionsüberschüsse der Banken im Wertpapiergeschäft“, beurteilt Olaf Kayser, Bankenanalyst bei der Landsbank Rheinland-Pfalz die Lage der Branche. Bei der Deutschen Bank rechnet er auf Grund sinkender Kosten jedoch mit einer positiven Entwicklung und einer Steigerung des Vorsteuerergebnisses von 18 Prozent.

Auch der Automobilbau dürfte nach Meinung von Analysten angesichts der Flut von Negativmeldungen der jüngsten Zeit nicht mit Überraschungen glänzen. „Die Stimmung bei den Automobilwerten ist derzeit angeknackst. Da ist die Opel-Krise und die Tarifverhandlungen bei Volkswagen. Außerdem waren die Zulassungszahlen zuletzt insgesamt nicht berauschend“, sagt LBBW-Analyst Schallenberger.

„Das Problem bei Volkswagen für die Schätzungen liegt bei den Kosteneinsparungen. Sollte es VW gelingen, die eigenen Kostensenkungsziele zu überbieten, könnte der Konzern die Erwartungen übertreffen“, so die Einschätzung von Credit Suisse First Boston (CSFB). Angesichts der niedrigen Erwartungen sei letztlich eine positive Überraschung wahrscheinlicher als eine negative. Bei Daimler-Chrysler lägen die größten Risiken bei der Entwicklung der US-Sparte Chrysler. Auch Fiat und Peugeot liefern Ergebnisse.

Von den TecDax-Unternehmen werden berichten: Qiagen am Montag sowie Software AG, IDS Scheer und Morphosys am Donnerstag. Aus dem MDax legt Puma Zahlen vor. Schließlich gibt am Mittwoch Merck seine Quartalszahlen bekannt.

Seite 1:

Dax-Ausblick: Günstiges Niveau zum Einstieg

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%