Finanzaufsicht Bafin
Anzeichen für Manipulation von Wirecard-Aktien

Nachdem im Internet Betrugs- und Geldwäschevorwürfe gegen Wirecard lautwurden, brach die Aktie zeitweise um ein Viertel ein. Die Finanzaufsicht Bafin will nun Anzeichen für Marktmanipulationen nachgehen.

FrankfurtDie Finanzaufsicht Bafin sieht Indizien dafür, dass die Aktien des Zahlungsabwicklers Wirecard manipuliert wurden. Nach einer ersten Prüfung habe man den Fall an das zuständige Referat für die Analyse von Marktmanipulationen weitergereicht, sagte BafFin-Direktorin Elisabeth Roegele am Dienstag in Frankfurt. Die Bafin erkenne bisher noch keine Tendenz, dass deutsche Unternehmen gezielt mit Leerverkäufen attackiert würden, schaue sich aber jeden Verdachtsfall genau an.

Die Wirecard-Aktie war am 24. Februar zeitweise um ein Viertel eingebrochen, nachdem im Internet Betrugs- und Geldwäschevorwürfe gegen das Unternehmen erhoben wurden. Als Autor der Publikationen trat die bis dahin unbekannte Firma Zatarra Research & Investigations auf. Von ihr war am Dienstag zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Wirecard hat die Betrugsvorwürfe mehrfach zurückgewiesen. „Die Behauptungen werden offensichtlich aufgestellt, um eine kurzfristige Kapitalmarktreaktion auszulösen“, sagte Konzernchef Markus Braun kürzlich im Reuters-Interview. „Wir wehren uns dagegen mit rechtlichen Maßnahmen.“

Schon länger untersucht die Bafin die Kommunikation von Volkswagen rund um das Bekanntwerden der Abgasaffäre im September 2015. Die Behörde prüfe mit Nachdruck, ob VW die Märkte rechtzeitig mit einer Ad-Hoc-Mitteilung über den Skandal informiert habe, erklärte Roegele. „Wir sind derzeit zuversichtlich, Ende Juni Ergebnisse liefern zu können.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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