Finanzinvestor Candover macht Druck
Springer Fachverlag soll 2006 an die Börse

Der Fach- und Wissenschaftsverlag Springer Business + Science Media soll früher an die Börse gebracht werden als geplant. Der Finanzinvestor Candover drängt darauf, schon nächstes Jahr Aktien des weltweit zweitgrößten Fachverlags auszugeben.

hps DÜSSELDORF. Das kündigte Colin Buffin, Geschäftsführer von Candover Investments, gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg an. „Ein IPO ist der wahrscheinlichste Ausstiegsweg“, sagte Buffin. Das US-Private-Equity-Haus hat zusammen mit dem Investor Cinven 2003 den Konzern für 1,05 Mrd. Euro vom Medienkonzern Bertelsmann übernommen.

Bisher hieß es bei Springer, ein Börsengang sei frühestens in zwei Jahren geplant. Zudem stehe nicht einmal fest, ob ein IPO die einzige Ausstiegsmöglichkeit für die Finanzinvestoren sei. Das berichteten Vertraute von Springer-BS-Vorstandschef Derk Haank. Vor Wochen waren Gerüchte aufgetaucht, dass nach einer Umschuldung ein Börsengang demnächst geplant sei. Am Dienstag war das Unternehmen für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Haank, der schweigsame Niederländer, hat Erfahrung mit börsennotierten Unternehmen. Er war zuvor beim weltgrößten Fachverlag Reed Elsevier tätig. Der Ausbau des internationalen Geschäfts hat für Haank und Rüdiger Gebauer, President Global Publishing, höchste Priorität. Der Konzern, der 2004 aus der Fusion von Springer mit Kluwer Academic Publishers hervorgegangen ist, hatte erst kürzlich sein Engagement in China ausgebaut.

Außerdem wird Springer zu Beginn des kommenden Jahres 105 wissenschaftliche Zeitschriften aus Russland über ein eigenes Internetportal in englischer Sprache weltweit publizieren. Die Periodika, darunter so renommierte Publikationen wie Doklady Mathematics oder das Journal of Experimental und Theoretical Physics, stammen aus dem Zeitschriftenprogramm des Verlags der Russischen Akademie der Wissenschaften.

Mit der Offensive vergrößert Springer in Russland den Abstand zum Verfolger Reed Elsevier. Derzeit erwirtschaftet Springer noch rund zwei Drittel seines Umsatzes in Nordamerika und Deutschland.

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