Finanzinvestoren brauchen Kapital
KKR und Co. loten Börsengang aus

Nach dem Start von Blackstone rechnen Banker mit Börsengängen weiterer Finanzinvestoren. Viele Experten sehen in dem Interesse ein Anzeichen, dass der Boom der Branche seinen Höhepunkt erreicht hat. Für die Gründergeneration ist es ein idealer Zeitpunkt, die Früchte ihrer Aufbauarbeit zu ernten.

NEW YORK. Nach dem erfolgreichen Börsengang der Blackstone Group bereitet sich die Wall Street auf weitere Neuemissionen von großen Private-Equity-Gesellschaften in den USA vor. Als einer der nächsten Kandidaten gilt Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR). Die Firma soll bereits Morgan Stanley und Citigroup angeheuert haben, um einen Börsengang vorzubereiten. Eine Stellungnahme dazu lehnte KKR ab. Als weitere Kandidaten gelten Carlyle, Texas Pacific Group und Apollo Management.

Buy-out-Firmen drängen an die Börse, um sich dort dauerhaftes Kapital für weitere Expansion zu sichern. Bislang müssen sie ihr Kapital regelmäßig bei institutionellen Investoren einsammeln, um damit auf Firmenjagd gehen zu können. Viele Experten sehen in dem wachsenden Interesse der Finanzinvestoren an der Börse auch ein Anzeichen dafür, dass der Boom der Branche seinen Höhepunkt erreicht hat. Für die Gründergeneration ist es deshalb ein idealer Zeitpunkt, die Früchte ihrer Aufbauarbeit zu ernten.

Blackstone war am ersten Handelstag am Freitag mit einem Kursgewinn von 13 Prozent gestartet. Die Anteile wurden zu 31 Dollar auf den Markt gebracht, der Preis stieg auf bis zu 38 Dollar. Die Aktie schloss mit 35,04 Dollar. „Das ist ein gutes Niveau“, sagte David Joy, Marktstratege beim Investmenthaus Riversource. Der Marktwert von Blackstone beläuft sich damit auf rund 38 Mrd. Dollar. Firmenchef Stephen Schwarzman ist mit einem Anteil von 23 Prozent weiterhin der größte Einzelaktionär. Der Wert seiner Beteiligung beläuft sich auf 8,74 Mrd. Dollar.

Von Schwarzman war indes an dem historischen Tag nichts zu sehen. Er verzichtete darauf, den Handel an der New York Stock Exchange mit dem traditionellen Glockengeläut zu eröffnen. Auf dem Parkett war stattdessen der amerikanische Autor Tom Wolfe, der die Exzesse an der Wall Street in seinem Bestseller „Fegefeuer der Eitelkeiten“ beschrieben hat. „Das ist das Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen“, sagte er scherzhaft. Tatsächlich markiert der Börsengang von Blackstone einen historischen Meilenstein. Sollten weitere Buy-out-Firmen dem Beispiel folgen, wäre das auch Ausdruck dafür, dass sich die Macht in der Wirtschaft zu Gunsten der Finanzinvestoren verschoben hat.

Misstrauisch verfolgt wird das im US-Kongress. Dort haben demokratische Abgeordnete einen weiteren Gesetzentwurf eingebracht, der den Anteil (carried interest) der Buy-out-Könige an den von ihnen erzielten Veräußerungsgewinnen mit der üblichen Einkommensteuer von bis zu 35 Prozent belegen würde. Bislang werden die Kapitalerträge mit nur 15 Prozent besteuert. Die Parteispitze unterstützt das Vorhaben. Zuvor hatten zwei Senatoren eine ähnliche Gesetzesinitiative gestartet, durch die die Steuerlast von börsennotierten Private-Equity-Firmen auf 35 Prozent steigen würde. Die Steuerdrohung werde den Börsentrend nicht stoppen, sagte Ben Holmes vom Marktbeobachter Morningnotes.com der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Bewertungen an der Börse seien zu attraktiv.

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