Finanzinvestoren: ProSiebenSat.1 nach Investoren-Ausstieg auf Dax-Kurs

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ProSiebenSat.1 nach Investoren-Ausstieg auf Dax-Kurs

Die Finanzinvestoren KKR und Permira trennen sich von ihrem letzten ProSiebenSat.1-Aktienpaket. Das Paket ist knapp 1,3 Milliarden Euro wert. Anleger setzen nun auf einen Aufstieg des Fernsehkonzerns in den DAX.
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FrankfurtDer Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 nimmt nach dem endgültigen Ausstieg seiner ehemaligen Mehrheitseigentümer Kurs auf den deutschen Leitindex Dax. Die Finanzinvestoren KKR und Permira warfen ihr verbliebenes ProSieben-Aktienpaket von 17 Prozent für 1,26 Milliarden Euro über Nacht auf den Markt, wie die begleitenden Banken Bank of America und Deutsche Bank am Freitag mitteilten. Neue Anleger griffen begierig zu: KKR und Permira mussten bei dem Verkauf zu 34,75 Euro einen minimalen Abschlag zum Vortages-Schlusskurs hinnehmen. ProSieben ist damit vollständig in Streubesitz. Darauf hatten die Investoren seit mehr als einem Jahr hingearbeitet, nachdem sie keinen Käufer für das Unternehmen gefunden hatten. Der Aufstieg des Fernsehkonzerns in den Dax scheint mit einem Börsenwert von fast 7,7 Milliarden Euro nur eine Frage der Zeit.

Für einen schnellen Aufstieg schon im März reichten die Marktkapitalisierung und der Börsenumsatz allerdings nicht, sagte ICF-Index-Experte Klaus Stabel. Im September, bei der regulären Überprüfung des Dax, wenn die Hürden niedriger sind, könnte ProSiebenSat.1 aus heutiger Sicht den Düngemittelhersteller K+S verdrängen. Das Kasseler Unternehmen ist, gemessen am Streubesitz, knapp 4,5 Milliarden Euro wert. ProSieben ist seit 1998 im MDax gelistet. Am Freitag stiegen ProSieben-Aktien weiter auf 35,17 Euro. In den vergangenen zwölf Monaten haben sie gut 50 Prozent zugelegt.

KKR und Permira sprachen vom „logischen letzten Schritt“ zum Ausstieg. Sie waren vor gut acht Jahren bei ProSiebenSat.1 eingestiegen. KKR-Europa-Chef Johannes Huth nannte ProSieben „eine Erfolgsgeschichte: Das Unternehmen hat sich außerordentlich gut entwickelt“. Permira-Deutschland-Chef Jörg Rockenhäuser warb mit der Digitalisierungsstrategie, die Vorstandschef Thomas Ebeling unter den beiden Finanzinvestoren eingeleitet hatte: ProSiebenSat.1 sei „hervorragend aufgestellt, um künftige Wachstumsmöglichkeiten im digitalen Zeitalter zu nutzen“.

Allein mit dem Verkauf der ProSieben-Aktien haben die beiden Finanzinvestoren in vier Schritten seit dem Frühjahr 2013 fast 3,6 Milliarden Euro eingenommen. Dazu kommen millionenschwere Sonderdividenden für den Verkauf von Teilen der Senderkette SBS, die sie in ProSieben eingebracht hatten. Dabei hatten sie zeitweise um ihre Beteiligung zittern müssen, weil sie ihre Holding Lavena mit Schulden überfrachtet hatten und sie an Hedgefonds zu verlieren drohten. Laut Finanzkreisen hatten sie insgesamt 1,6 Milliarden Euro Eigenkapital in ProSieben gesteckt. Ihren durchschnittlichen Einstiegspreis beziffern sie demnach auf 27,70 Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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