Finanzkrise
Immo-Aktien: Wiederaufbau nach dem Einsturz

Die Aktien deutscher Immobiliengesellschaften sind abgestürzt. Sie sind nur noch einen Bruchteil dessen wert, was sie vor Ausbruch der Finanzkrise kosteten. Inzwischen erscheinen die Kurse so niedrig, dass sie schon wieder zum Kauf locken - zumindest bei bestimmten Werten könnte sich der Einstieg lohnen.

FRANKFURT. Mittlerweile schocken nicht einmal schwache Zahlen die Börse. Gestern musste IVG einen Gewinneinbruch eingestehen. Dennoch war die Aktie mit einem Plus von zeitweise fast neun Prozent einer der größten Gewinner im MDax - offenbar hatten die Anleger viel Schlimmeres erwartet.

An ihre Höchststände dürften die Immobilienaktien allerdings auf lange Sicht nicht mehr herankommen. Anfang 2007 bezahlten Anleger mehr als 40 Euro für Papiere von Colonia Real Estate, Aktien von IVG kosteten fast 37 Euro und Anteilsscheine von Gagfah waren rund 25 Euro wert. Dann platzte die Blase auf dem US-Immobilienmarkt, die Schockwellen erschüttern die Börsen bis heute.

Colonia Real Estate brachen um rund 90 Prozent ein und sind heute nur noch knapp zwei Euro wert. Bei IVG und Gagfah sieht nicht viel besser aus; sie sind knapp fünf beziehungsweise drei Euro wert. "Die Verluste sind übertrieben", sagt Stefan Goronczy von der HSH Nordbank.

Zwar haben die deutschen Immobilienwerte wenig mit dem amerikanischen Markt zu tun, trotzdem hat sie die Krise eingeholt. Zum einen drückt die drohende Rezession die Kurse. Wenn die Wirtschaft abflaut, wird weniger Büroraum benötigt, langfristig auch weniger Wohnungen. Dies führt zwangsläufig zu niedrigeren Preisen. Die Portfolios der Immobilien-AGs fallen im Wert. Abschreibungen drohen.

Dabei kommt Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern noch glimpflich davon. "Der deutsche Markt hat in den vergangenen Jahren nicht so stark zugelegt, deshalb fällt auch der Rückgang der Preise moderat aus", sagt Kai Malte Klose, Analyst bei Dresdner Kleinwort. Zudem haben die deutschen Immobilien-Gesellschaften mit hausgemachten Problemen zu kämpfen. Viele Unternehmen haben sich im vergangenen Jahr reich gerechnet. Sie setzten einen aus heutiger Sicht viel zu hohen Wert ihrer Immobilienbestände in der Bilanz an. Ein Trick, der durchaus rechtens ist, nun aber zum Boomerang wird.

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