Finanzprodukte sind wegen der Krise ein Ladenhüter
Analysten strafen MLP-Aktie ab

Die Aktie von MLP ist viel zu teuer. Das sagen Analysten schon lange - und sie lagen richtig mit ihrer Einschätzung. Wegen der Krise fällt der Gewinn des Finanzvertriebs viel schwächer aus als erwartet. Entsprechend negativ reagiert die Börse.

FRANKFURT. Der Finanzdienstleister hat 2008 nicht einmal mehr den Umsatz des Vorjahres erreicht. Die Gesamterlöse sanken um mehr als 30 Mio. Euro auf 597,7 Mio. Euro. Besonders schlecht sehen die Gewinnzahlen aus. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) halbierte sich auf 56,6 Mio. Euro. Darin sind zwar einige Einmalbelastungen enthalten, doch auch die Finanzkrise schlug durch. Die Menschen halten sich zurück und schließen weniger langfristige Verträge ab, insbesondere für die Altersvorsorge.

Analyst Stefan Scharff von SRC Research sieht darin einen weiteren Beleg für mangelnde Managementqualität: "Die verlustreichen Geschäfte im Ausland zu schließen, habe ich Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg persönlich schon im Jahre 2003 geraten. Er kommt jetzt mit den Schritten sehr spät." Da hätte den Aktionären viel Geld gespart werden können.

In den fortzuführenden Geschäftsbereichen brach der MLP-Gewinn noch stärker ein. Vergleicht man diese 31,1 Mio. Euro mit dem Börsenwert von rund einer Milliarde Euro, ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von deutlich über 30. Viele Analysten sind daher vorsichtig. Am negativsten ist Cheuvreux: Michael Haid bleibt bei seinem Kursziel von fünf Euro. Derzeit ist der Kurs mit knapp zehn Euro fast doppelt so hoch. Die Aktie fiel zwar gestern zurück. In den letzten Wochen hatte sie sich jedoch sehr gut entwickelt und war von unter acht auf zehn Euro gestiegen.

Damit liegt der Kurs aber immer noch deutlich unter jenem Niveau, zu dem der Versicherer Swiss Life bei MLP im vergangenen Jahr eingestiegen ist. 24,3 Prozent besitzen die Schweizer, denen auch der MLP-Konkurrent AWD gehört. Sie sind damit nach MLP-Gründer Manfred Lautenschläger (29,4 Prozent) der zweitwichtigste Aktionär. Doch an eine Aufstockung denken sie offenbar derzeit nicht.

Dagegen wehren sich vehement zudem das Management von MLP, Hauptaktionär Lautenschläger sowie die beiden wichtigsten Versicherungskonzerne Europas: Allianz und Axa. Derzeit besitzt die Allianz 6,27 Prozent der MLP-Aktien, Axa kommt auf 4,72 Prozent, und die britische HBOS hält 0,73 Prozent.

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