Finanzwerte sind nichts für risikoscheue Anleger
Banktitel gelten als nebulös

Über neun Prozent hat die Bankenbranche an den Aktienmärkten seit Beginn der amerikanischen Subprimekrise im Schnitt an Wert verloren.

FRANKFURT. Nach einer aktuellen Studie der Investmentbank Dresdner Kleinwort laufen Bankentitel schon seit vergangenen Oktober um 12 Prozent schlechter als der Markt. Die Unsicherheit in der Branche ist nach wie vor groß. Andererseits sind Bankenaktien derzeit so günstig bewertet wie zuletzt vor über einem Jahrzehnt. Langsam könnte daher ein Bewertungsniveau erreicht sein, bei dem sich ein Einstieg lohnt, zumal die Halbjahreszahlen der meisten Institute recht gut ausgefallen sind.

Trotzdem warnen viele Analysten davor, schon jetzt in Bankentitel zu investieren. „Wir erwarten zwar insgesamt eine sanfte Landung der US-Konjunktur in der aktuellen Krise“, sagt Andreas Weese, Analyst bei Unicredit. Negativschlagzeilen könnten die Bankaktien in den kommenden Wochen aber noch weiter nach unten drücken. Auch die Analysten von Dresdner Kleinwort gehen in der aktuellen Krise nicht von einem „Desaster-Szenario“ aus. Sie trauen mehreren Banktiteln sogar einen Kursanstieg von über 20 Prozent zu, zeigen sich aber vorsichtig bei den großen Investmentbanken.

Entsprechend skeptisch beurteilt Dresdner Kleinwort die Aktie der Deutschen Bank, weil die Analysten einen Einbruch bei den Umsätzen aus dem bisher sehr erfolgreichen Investmentbanking befürchten. Andreas Weese will dagegen nicht alle Investmentbanken über eine Kamm scheren: „Die Deutsche Bank war auf diese Krise vergleichsweise gut vorbereitet.“ Sie habe zudem keine eigenen Hedgefonds und der Anteil des Eigenhandels am Ergebnis sei im Vergleich zur Konkurrenz geringer. Fast zwei Drittel der innerhalb der vergangenen vier Wochen vom Finanznachrichtendienst Bloomberg befragten Analysten stufen die Aktie immer noch mit „Kaufen“ ein.

Bei der italienischen Großbank Unicredit empfiehlt Thomas Stögner, Analyst bei Sal. Oppenheim, die Ergebnisse des dritten Quartals abzuwarten. „Momentan ist das noch ein Stochern im Nebel“, sagt Stoegner. Der hohe Anteil des Investmentbankings am Ergebnis und die Zusammenarbeit mit Hedgefonds könnte unbekannte Risiken enthalten. Die Übernahme von Capitalia erhöhe die Transparenz bei Unicredit nicht.

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