Fineco-Bank
Verkaufsplan treibt Unicredit-Aktie

Der Mutterkonzern der Hypo-Vereinsbank will einen Teil eines Online-Brokers verkaufen, über den Privatleute Aktien handeln. Der Unicredit-Aktie verhilft das zu einem Kurssprung.

Gleich mehrere Beteiligungen stellt die italienische Mutter der Hypo-Vereinsbank zum Verkauf. Die Unicredit erwägt, einen Anteil an ihrem Online-Broker Fineco-Bank zu verkaufen und stellt zudem ihre Bankbeteiligungen in Polen und der Türkei auf den Prüfstand.

Die Aussicht auf einen Geldsegen durch die Verkäufe treibt die Unicredit-Aktie am Freitag deutlich an. Sie legten an der Mailänder Börse um bis zu 6,2 Prozent zu.

Die italienische Bank prüfe Optionen, darunter den Verkauf von bis zu 15 Prozent an Fineco, hieß es weiter. Auch die Beteiligungen an der türkischen Yapi ve Kredi Bankasi und der polnische Bank Pekao stehen demnach zur Disposition. Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht getroffen worden und der mögliche Wechsel im Management könnte sich auf die Überlegungen auswirken.

Aktionäre versuchen, Bankchef Federico Ghizzoni auszuwechseln, wie zuvor aus unterrichteten Kreisen verlautet war. Der Ausschuss für gute Unternehmensführung („Governance“) der Bank wird den Informationen zufolge am 1. Juni zusammenkommen, um den Prozess einer Ablösung Ghizzonis zu formalisieren. Er steht seit 2010 an der Spitze der Bank. Ein Sprecher der Bank in Mailand wollte keine Stellungnahme abgeben.

Der 60-jährige Ghizzoni streicht derzeit Tausende Arbeitsplätze und verkauft Vermögenswerte, um den strengeren Anforderungen der Regulierer an das Eigenkapital nachzukommen. Bislang hat er aber immer eine Kapitalerhöhung ausgeschlossen. Unicredit gehört zu den am schlechtesten kapitalisierten Banken in Europa.

Im Jahr 2014 hatte Unicredit bereits einen Anteil von 30 Prozent an Fineco verkauft und dadurch 673 Millionen Euro eingenommen. Noch besitzt die Bank 66 Prozent des Brokers. Ein Anteil von 15 Prozent würde auf der Basis derzeitiger Marktpreise mit rund 600 Millionen Euro bewertet.

„Der Verkauf von qualitativ hochwertigen Beteiligungen würde einen unmittelbar positiven Effekt auf den Kapitalpuffer haben“, schrieb Analyst Luca Comi vom Finanzdienstleister ICBPI. „Mittel- und langfristig dämpft es aber die Ertragskraft.“

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