Firmenübernahmen erwartet Analysten sehen Kurspotenzial für Philips

  • Kathrin Meyer (Handelsblatt)

FRANKFURT/M. Am Aktienkurs des niederländischen Elektronikkonzerns Philips lässt sich die Enttäuschung der Anteilseigner ablesen. Denn bis zur Veröffentlichung der Quartalszahlen hatten die Aktionäre auf höhere Gewinne aufgrund der Restrukturierung gehofft. Dann jedoch verfehlte das Unternehmen aus Eindhoven die Prognosen deutlich. Ein Verlust im Joint-Venture LG Philips LCD sowie ein Gewinneinbruch in der Halbleitersparte belasteten das Ergebnis im ersten Quartal. Schlechte Nachrichten aus der Technologiebranche brachten den Aktienkurs zusätzlich unter Druck. In der zweiten Aprilhälfte fiel der Kurs zeitweise unter 19 Euro, erholte sich seitdem jedoch wieder deutlich.

Die starken Kursschwankungen scheinen die Mehrzahl der Analysten jedoch nicht zu beeindrucken. Von insgesamt 40 Analysten empfehlen nach Angaben des Wirtschaftsinformationsdienstes Bloomberg mehr als die Hälfte das Papier zum Kauf. „Im ersten Quartal wurde die Saisonalität des Medizintechnik-Geschäfts unterschätzt“, meint etwa Günther Hollfelder, Analyst der Hypo-Vereinsbank (HVB). Deshalb habe der Kurs kurzfristig nachgegeben. Hollfelder beziffert den fairen Wert der Aktie mit 23 Euro. Philips sei die Konzentration auf seine Kerngeschäftsfelder gut gelungen.

So wurden Anfang 2000 die ehemaligen Flachbildschirm-Aktivitäten von Philips unter dem Dach der LG Philips LCD zusammengefasst. Im Jahr 2004 brachte Philips zusammen mit der südkoreanischen LG Electronics das Joint-Venture an die Börse. Das schien sich zunächst zu lohnen: Im ersten Quartal des vergangenen Jahres überwies der Flachbildschirmhersteller noch 215 Mill. Euro Gewinn an Philips. Dieses Jahr mussten die Niederländer, die einen Anteil von 44,6 Prozent an LG Philips LCD halten, einen Verlust von 34 Mill. Euro schlucken.

Als richtigen Schritt werten die Analysten auch den Verkauf von Aktien des Unternehmens Navteq, einem Hersteller digitalisierter Karten für Navigationssysteme. Zwar hat Philips statt der erhofften Erlöse in Höhe von 1,16 Mrd. Dollar bisher nur 870 Mill. Euro eingenommen. Die zusätzlichen Barmittel machten aber Akquisitionen von Unternehmen möglich, sagt Marco Günther, Analyst der Hamburger Sparkasse.

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