Fitch: keine Entspannung am US-Automarkt
Ratingagenturen werden bei Daimler aktiv

Die Gewinnwarnung des deutsch-amerikanischen Autobauers Daimler-Chrysler hat Freitag die drei großen Ratingagenturen aktiv werden lassen.

HB FRANKFURT. Während die Agentur Moody's ihre Bonitätseinstufung für den weltweit fünftgrößten Autohersteller auf „Baa1“ von „A3“ zurücknahm, senkte S&P lediglich den Ausblick auf „stabil“ von „positiv“, ließ aber das Rating selbst mit „BBB/A-2“ unverändert. Die dritte große Agentur Fitch sah keine Veranlassung, ihre Einstufung für die Kreditwürdigkeit des Konzerns zu verändern.

Daimler-Chrysler hatte zuvor angekündigt, wegen starker Rückgänge bei der US-Tochter Chrysler das diesjährige operative Gewinnziel von über sechs Mrd. Euro nicht erreichen zu können. Stattdessen erwarte das Unternehmen nun einen operativen Gewinn von rund fünf Mrd. Euro. Verantwortlich dafür sei ein Verlust von Chrysler im dritten Quartal von 1,2 Mrd. Euro, durch den die US-Tochter auch im Gesamtjahr mit einer Milliarde in die roten Zahlen rutschen werde.

Für S&P kam die Gewinnwarnung völlig überraschend: „Obwohl wir schon lange Zeit skeptisch über die langfristigen Zukunftsaussichten von Chrysler waren, haben wir erwartet, dass Chrysler 2006 die Rentabilitätsgrenze erreicht“, sagte S&P-Analystin Maria Bissinger. Während S&P vor der Gewinnwarnung für 2007 noch von einer leichten Steigerung bei der US-Tochter ausgegangen war, sehe die Agentur nun ein stark erhöhtes Risiko für die Aussichten im kommenden Jahr. Auch Moody's zeigte sich pessimistisch: „Das unverändert schwache Betriebsumfeld für Chrysler in Nordamerika wird sich wahrscheinlich weiterhin negativ auf das Finanzprofil von Daimler-Chrysler auswirken“, hieß es.

Lediglich bei Fitch überwogen die positiven Töne. Die Bestätigung ihrer Einschätzungen begründete die Agentur mit der guten Entwicklung in den anderen Geschäftszweigen von Daimler-Chrysler. Weiters gehe Fitch davon aus, „dass Chrysler passende Maßnahmen setzen wird, um die Situation in den USA in den Griff zu bekommen.“ Jedoch sieht auch Fitch am US-Automarkt keine wesentliche Entspannung für das kommende Jahr.

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