Flop des Tages
Brenntag-Aktie geht trotz guter Zahlen auf Talfahrt

Brenntag legt überzeugende Zahlen für das erste Quartal 2011 vor - und trotzdem bricht der Kurs der Aktie ein. Anleger befürchten, dass bei dem Chemiehändler vorläufig ein Höhepunkt gekommen ist und nehmen Gewinne mit.
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DüsseldorfDie Aktie des Mülheimer Chemiehändler Brenntag ist am Mittwoch ans Ende des MDax gerutscht – und das trotz positiver Geschäftszahlen zum Jahresanfang. Der Kurs fiel bis zum Mittag unter 80 Euro, stabilisierte sich dann bei 81 Euro und einem Minus von 3,4 Prozent.

Vergangene Woche waren die Aktien mit 85,69 Euro noch auf den höchsten Stand seit dem Börsengang im Frühjahr vergangenen Jahres geklettert. Doch Analysten schätzen das weitere Kurspotenzial skeptisch ein. Im Schnitt liegt das Kursziel der Analysten bei 83,52 Euro und damit unter dem Höhepunkt der vergangenen Woche.

Auch den Anlegern wird der Höhenflug - an die Börse kamen die Brenntag-Aktien am 29. März 2010 für 50 Euro - offenbar etwas unheimlich. Einige nutzten die Quartalszahlen als Anlass für Gewinnmitnahmen.

Im ersten Quartal erzielte der Chemikalienhändler dank anhaltend starker Nachfrage und jüngster Übernahmen kräftige Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg binnen Jahresfrist um 17,7 Prozent auf 158,1 Millionen Euro. Deutlich gesunkene Abschreibungen und niedrigere Finanzierungskosten trugen dazu bei, dass der Überschuss auf 66,9 Millionen Euro nach oben schnellte. Vor einem Jahrstand lediglich ein Gewinn von 2,2 Millionen Euro in den Büchern.

Mit seinen Zahlen übertraf Brenntag die Schätzungen der Analysten. Es sei dem Unternehmen erneut gelungen, besser als erwartet abzuschneiden, schrieb WestLB-Analyst Hartmut Moers. Er werde seine Prognosen und auch sein Kursziel voraussichtlich anheben, allerdings werde die Luft für die Aktie zunehmend dünner.

Die unklaren Aussichten für die Entwicklung des Euro/Dollar-Kurses sowie der bevorstehende Ablauf der Haltefrist für Großaktionäre verhinderten vorerst weitere Kursgewinne, schrieb auch Deutsche-Bank-Experte Andy Chu in einem Kommentar.

Commerzbank-Analyst Georg Remshagen bemängelte zudem, dass Brenntag zu wenig über die weitere Geschäftsentwicklung gesprochen habe. Ähnlich gute Zahlen wie im ersten Quartal zu erzielen könnte im weiteren Jahresverlauf schwierig werden: Vom zweiten Quartal an verglichen sich die Ergebnisse mit einem starken Vorjahr.

Brenntag-Chef Stephen Clark hatte lediglich die Ziele für das Gesamtjahr bestätigt und erklärt, das Unternehmen plane Zukäufe in Industrien wie Wasseraufbereitung, Oberflächenbehandlung, Nahrungsmittel oder Körperpflege.

Annika Reinert
Annika Williamson
Handelsblatt / Freie Mitarbeiterin
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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