Flop des Tages
Linkedin-Hype stellt Xing-Aktie in den Schatten

Die Euphorie um Social-Media-Unternehmen hat dem deutschen Karriereportal Xing genutzt. Doch Analysten erwarten, dass Xing langfristig gegen Linkedin keine Chance hat. Das hat Folgen für die Aktie.
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DüsseldorfMonatelang ist die Xing-Aktie auf der Welle der Social-Media-Begeisterung geritten. Doch nach dem fulminanten Börsengang des US-Portals Linkedin werden bei den Anlegern erste Zweifel laut, ob Xing mit der neureichen Konkurrenz dauerhaft mithalten kann. Die Papiere des Hamburger Karrierenetzwerks stiegen zwar am Donnerstag nach dem Börsenstart von Linkedin in New York um neun Prozent und erreichten ein Allzeithoch von 55,54 Euro. Heute geht es aber deutlich abwärts. Bis zum Nachmittag rutschte die Aktie um 3,6 Prozent auf 53 Euro ab.

Auf die Papiere des weltgrößten Online-Karrierenetzwerks LinkedIn hatte es in den USA einen einzigartigen Ansturm gegeben. Am Ende des ersten Handelstages schlossen sie bei bei 94,25 Dollar. Eine solche Kursexplosion hatten selbst die kühnsten Optimisten nicht erwartet. Der Ausgabepreis hatte bei 45 Dollar gelegen. Am Ende des ersten Handelstages stand damit ein Plus von 109 Prozent.

Xing ist bereits seit Dezember 2006 an der Börse, hat hier aber längst nicht so viel Aufsehen erregt wie Linkedin in New York. Zwar verdoppelte sich die Xing-Aktie in den vergangenen zwölf Monaten, Linkedin jedoch schaffte das an einem Tag.

Insgesamt kommt Xing auf einen Marktwert von 280 Millionen Euro, der große Konkurrent aus den USA ist nach dem immensen Kursanstieg zum Börsendebüt über 30 Mal so viel wert. Und auch sonst spielt Linkedin in einer anderen Liga. Den 100 Millionen Mitgliedern des US-Netzwerks stehen zehn Millionen Xing-Nutzer gegenüber, davon rund 4,5 Millionen im deutschsprachigen Raum

In Sachen Profit steht Xing dagegen auf solideren Füßen. Die Hamburger sind seit mehreren Jahren profitabel und haben in den letzten drei Jahren den Umsatz jeweils um 10 bis 15 Millionen Euro gesteigert, 2010 erzielte Xing Erlöse von 54,3 Millionen Euro. Der operative Gewinn nach Steuern, Abschreibungen und Zinsen lag bei 16,7 Millionen Euro. Bezahlte Mitgliedschaften machen daran laut Unternehmensangaben den Löwenanteil am Umsatz aus: 42,4 Millionen Euro. Auf Werbung entfallen lediglich 3,9 Millionen Euro. Zum Vergleich: Für Linkedin war 2010 das erste profitable Jahr, für 2011 erwartet der Konzern allerdings schon wieder einen Verlust

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