Flop des Tages
Versatel-Aktie bricht nach Verkauf an Investor ein

Das kränkliche Telekom-Unternehmen Versatel wurde unter Börsenwert an den US-Investor KKR verscherbelt. Der Kurs brach drastisch ein - doch lange soll das Unternehmen sowieso nicht mehr an der Börse gehandelt werden.
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FrankfurtDer amerikanische Finanzinvestor KKR hat sich für 240 Millionen Euro die Mehrheit am defizitären Telekommunikationsunternehmen Versatel gesichert und macht ein Übernahmeangebot für die restlichen Aktien. Zuvor hatten die Hauptanteilseigner Apax Partners (41,7 Prozent), Cyrte (25,0 Prozent) und United Internet (25,2 Prozent), denen gemeinsam etwa 92 Prozent der Versatel-Aktien gehören, KKR ihre Anteile für je 5,50 Euro angedient, wie Versatel am Donnerstag mitteilte. Der Kaufpreis liegt deutlich unter dem Börsenwert. Den verbliebenen Aktionären will KKR die restlichen Aktien zum gewichteten Durchschnittspreis der vergangenen drei Monate abkaufen - mindestens aber 6,70 Euro. Für Versatel sind die Tage an der Börse erst einmal gezählt. Die Aktie brach daraufhin um 15 Prozent auf 6,70 Euro ein.

Versatel betreibt nach eigenen Angaben das zweitgrößte deutsche Glasfasernetz nach der Deutschen Telekom. Das Unternehmen befindet sich seit geraumer Zeit im Abschwung. Die Düsseldorfer leiden unter dem schrumpfenden Privatkundengeschäft. Der Kundenstamm verringerte sich in den ersten drei Monates dieses Jahres um 72.500. Außerdem sank der durchschnittliche Umsatz je Kunde. Unter dem Strich verzeichnete Versatel einen Quartalsverlust von 9 Millionen Euro, ungefähr so viel wie vor einem Jahr. Derzeit läuft bereits das zweite Sanierungsprogramm, bei dem 370 Stellen abgebaut werden sollen.

Mit der Übernahme überraschte KKR die Branche. Der Investor ist hierzulande als Eigentümer von ProSiebenSat.1 und dem Gabelstapler-Bauer Kion bekannt. Im Telekom-Sektor war KKR in Deutschland bisher nicht vertreten. DZ-Bank-Analyst Joeri Sels glaubt, dass auch dem Kölner Versatel-Rivale QSC zum Übernahmeziel für KKR werden könnte. Finanzinvestoren legen oft mehrere Firmen aus einer Branche zusammen, um die Kosten zu drücken und sie einige Jahre später teurer weiterverkaufen oder an die Börse bringen zu können.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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