Fortress Investment Group: US-Finanzinvestor zapft die Börse an

Fortress Investment Group
US-Finanzinvestor zapft die Börse an

Finanzinvestoren gehen zunehmend an die Börse, weil sie sich davon mehr finanziellen Spielraum versprechen. Am Freitag wird die Fortress Investment Group erstmals in New York notiert. Es ist der erste Börsengang eines privaten Vermögensverwalters für so genannte alternative Investments in den USA.

NEW YORK. Fortress betreibt sowohl Hedge-Fonds als auch Private-Equity-Geschäft (außerbörsliche Beteiligungen) und ist in Deutschland vor allem auf dem Immobiliensektor aktiv. So brachte Mitbegründer und Europa-Chef Robert Kauffman im Herbst die Immobiliengesellschaft Gagfah an die Frankfurter Börse.

Die Preisspanne der Fortress-Aktien liegt zwischen 16,50 und 18,50 Dollar. Der Verkauf von 34,3 Millionen Aktien könnte somit rund 635 Mill. Dollar einbringen. Die Gesellschaft wurde 1998 gegründet und verwaltet heute ein Vermögen von knapp 30 Mrd. Dollar.

Die Finanzwelt verfolgt den Börsengang mit großer Aufmerksamkeit, da andere Hedge-Fonds und private Beteiligungsgesellschaften ebenfalls über eine Emission nachdenken. „Wenn Fortress ein Erfolg wird, werden andere schnell folgen“, sagt Craig Asche, Direktor der Chartered Alternative Investment Analyst Association. Als möglicher Börsenkandidat gilt vor allem der Buy-out-Riese Carlyle. Sollte das Beispiel Fortress Schule machen, würde sich die bislang so geheime Branche den Investmentbanken angleichen.

Hinter dem Börsengang steckt der Wunsch der Finanzinvestoren, ihre Kapitalbasis zu stabilisieren. Bislang leben Hedge-Fonds mit dem Risiko, dass ihre Geldgeber die Finanzmittel alle drei Monate oder am Ende eines Jahres wieder abziehen können. Die Fonds bemühen sich seit einiger Zeit jedoch verstärkt um langfristige Investitionen und werden dadurch den Private-Equity-Firmen immer ähnlicher. Aber auch die privaten Firmenjäger müssen sich um neues Kapital bemühen, sobald ihre Investitionstöpfe leer sind. Bislang werden die Fondsverwalter zwar noch von den Investoren mit Geld überschüttet. Experten prophezeien jedoch, dass der Geldregen bald aufhören wird.

Für die Investoren ist der Börsengang deshalb interessant, weil sie sich damit direkt an der Management-Gesellschaft der Fonds und damit an ihren Gebühreneinnahmen und Gewinnen beteiligen können. Das gilt auch für Kleinanleger. Normalerweise öffnen Hedge-Fonds und Private-Equity-Firmen ihre Türen nur für besonders wohlhabende Privatleute und institutionelle Investoren. Eine Beteiligung an einzelnen Fonds ist dagegen schon länger möglich. So hat zum Beispiel die Buy-out-Firma Kohlberg Kravis Roberts (KKR) im vergangenen Jahr einen ihrer Fonds an die Euronext-Börse in Amsterdam gebracht und so fünf Mrd. Dollar eingesammelt.

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