Französischer Finanzminister Sapin nennt Marktturbulenzen „nicht sehr berechtigt“

Die jüngsten Turbulenzen auf den weltweiten Aktienmärkten nimmt Michel Sapin gelassen. Die wahren Trends spiegelten sich darin nicht wieder, so der französische Finanzminster. Die Euro-Zone sei viel widerstandsfähiger.
Frankreichs Finanzminister fordert eine stärkere Integration in der Euro-Zone. Quelle: Reuters
Mehr Integration

Frankreichs Finanzminister fordert eine stärkere Integration in der Euro-Zone.

(Foto: Reuters)

ParisFrankreichs Finanzminister Michel Sapin hat sich zu aktuellen Aktienmarktturbulenzen gelassen geäußert. „Die heutige Volatilität scheint mir nicht sehr berechtigt zu sein“, sagte Sapin im Reuters-Interview. Es gebe einen Jojo-Effekt, der nicht die wahren Trends der Weltwirtschaft widerspiegele. Die Talfahrt an den Börsen nahm am Donnerstag wieder Fahrt auf. Vor allem Finanzwerte rauschten in den Keller, an der Pariser Börse insbesondere die Papiere von Société Générale.

Sapin betonte, dass die Euro-Zone nach den jüngsten Reformen viel widerstandsfähiger sei. Er sprach sich zugleich für eine stärkere wirtschaftliche und finanzielle Integration in der Währungsgemeinschaft aus. Nichts sollte diesen Prozess in den kommenden Jahren blockieren, mahnte er. Die von Frankreich und Deutschland bis Jahresende geplanten Vorschläge zur Stärkung der Euro-Zone erforderten eine stärkere Zusammenarbeit, vor allem bei Strukturreformen. Erst Anfang der Woche hatten die Notenbankchefs beider Länder, Francois Villeroy de Galhau und Jens Weidmann, die Schaffung eines gemeinsamen Finanzministeriums für die Währungsgemeinschaft gefordert. Dies habe keine Priorität, betonte Sapin nun.

Die schwärzesten Tage der Börsengeschichte
19. Oktober 1987 – der „Schwarze Montag”
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Am „Schwarzen Montag” brach der US-Standardwerte-Index Dow Jones um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. Die Panikverkäufe breiteten sich schnell auf alle wichtigen internationalen Handelsplätze aus. Der Tokioter Leitindex Nikkei rauschte nach dem Crash an den US-Börsen um knapp 15 Prozent in die Tiefe. Der Londoner Auswahlindex FTSE verbuchte mit knapp elf Prozent lediglich den zweitgrößten Tagesverlust seiner Geschichte. Tags darauf beschleunigte er jedoch seine Talfahrt und verlor gut zwölf Prozent.

16. Oktober 1989 – der Dax-Absturz
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Der deutsche Leitindex Dax, der erst 1988 aus der Taufe gehoben wurde, fiel um rund 13 Prozent und folgte damit der Wall Street, wo Finanzierungsschwierigkeiten beim Kauf der US-Fluggesellschaft UAL einen Ausverkauf auslösten. Für den Dax ist das der erste und der größte Crash seiner Geschichte.

23. Mai 1995 – die Asien-Krise
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Nicht nur die Jahre 2015 und 2016 machten China für Aktienabstürze bekannt. Den ersten größeren Crash gab es vor rund 11 Jahren: Die Furcht vor Eingriffen der Regierung in den chinesischen Aktienmarkt ließ den Shanghai-Composite Index um 16,4 Prozent abstürzen.

6. Oktober 2008 – das Lehman-Beben
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Kurz nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers wurde die Unsicherheit an den Aktienmärkten immer größer. Der italienische Leitindex verbuchte mit einem Abschlag von mehr als acht Prozent seinen größten Tagesverlust, der Leitindex der portugiesischen Börse gab knapp zehn Prozent nach. Der EuroStoxx50 fiel um acht Prozent. An der Wall Street ging es ebenfalls bergab, allerdings nicht ganz so stark: Der Dow-Jones-Index gab 3,6 Prozent nach. Auch für den Dax ging es kräftig bergab. Der Dax schloss mit einem Minus von 7,1 Prozent auf 5387 Punkten.

3. August 2015 – die griechische Tragödie
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Die Verhandlungen Griechenlands mit seinen Gläubigern haben im Sommer 2015 für ein Kursbeben an der Börse des Landes gesorgt. Zuvor wurden die Märkte geschlossen, um Kapitalmarkt-Turbulenzen zu verhindern. Allerdings blieb der Erfolg überschaubar: Am ersten Tag nach der fünfwöchigen Zwangspause stürzte die Athener Börse ins Bodenlose. Der Leitindex verbuchte mit einem Minus von 16 Prozent den größten Tagesverlust seiner Geschichte.

24. August 2015 – ein neuer China-Crash
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Bereits im Sommer 2015 sorgte China für Panik unter den Anlegern weltweit. Angesichts der Furcht vor einem deutlichen Konjunktureinbruch in der Volksrepublik rutschten die Börsen rund um den Globus immer weiter ab. Der Shanghai Composite Index brach um 8,5 Prozent ein. Der Dax verlor in der Spitze 7,8 Prozent auf 9338 Punkte. An der Wall Street stürzt der Dow-Jones-Index zeitweise um 6,6 Prozent und der Nasdaq-Composite sogar um bis zu 8,8 Prozent ab.

07. Januar 2016 – und wieder ein Drachen-Kursbeben
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Die neuerliche Abwertung der chinesischen Landeswährung lässt die Aktienbörsen in der Volksrepublik wanken. Am 7. Januar wurde der Handel an der chinesischen Börse das zweite Mal binnen weniger Tage per Notbremse gestoppt, nachdem die Leitindizes um sieben Prozent absackten. Die Sitzung dauerte weniger als eine halbe Stunde und war damit der kürzeste Börsentag in Chinas Geschichte. Der Dax rauscht das erste Mal seit Oktober wieder unter die 10.000-Punkte-Marke und gibt zeitweise knapp vier Prozent nach.

EU-Ratspräsident Donald Tusk hatte Großbritannien Anfang Februar Reformvorschläge zur EU-Mitgliedschaft des Landes präsentiert. Demnach soll die Regierung in London nicht dazu verpflichtet werden, jeden Integrationsschritt in der EU mitzumachen.

  • rtr
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