Französischer Versorger
Veolia irritiert die Anleger

Fusionen über Übernahmen bestimmen derzeit das Bild der europäischen Versorgerbranche. Frankreichs Umweltdienstleister Veolia nimmt dabei eine Sonderstellung ein. Denn der Konzern hat in der jüngeren Vergangenheit mit zum Teil eher bizarren Fusionsvorstößen für Furore gesorgt.

PARIS. Im Februar wollte Veolia-Chef Henri Proglio gemeinsame Sache mit dem italienischen Konzern Enel machen, um gemeinsam den Wettbewerber Suez zu kaufen und zu zerschlagen. Auf diese Weise hätte sich Veolia das internationale Wassergeschäft von Suez einverleiben können. Im Juni schließlich schlug Veolia vor, sich mit dem Baukonzern Vinci zu verbünden. Vinci lehnte dankend ab, Analysten schüttelten den Kopf – außer Proglio sah kaum einer Sinn in diesem Zusammenschluss.

Veolia muss sich nach den beiden gescheiterten Fusionsanläufen nun um das Vertrauen der Anleger bemühen. Die guten Halbjahres-zahlen von Mitte September waren zwar ein probates Mittel dazu. Doch nur eine knappe Mehrheit der bei Bloomberg erfassten Analysten rät bei Veolia zum Kauf. Denn nicht alle Experten meinen, dass Veolia wieder ein Wert ist, in den bedenkenlos investiert werden kann. Die Experten des Brokes Exane BNP Paribas zum Beispiel glauben nicht, dass die Wachstumsperspektiven ausreichen, damit Veolia an der Börse wieder mit einem Bewertungsaufschlag versehen wird.

Wer sich für die Veolia-Aktie interessiert, stößt zuerst auf das Problem, einen vergleichbaren Wert zu finden, um ein Gefühl für die Bewertung des Papiers zu bekommen. Den Löwenanteil (50 Prozent) des Betriebsgewinns erwirtschaftet der Konzern mit der Versorgung von Kommunen und Unternehmen mit Wasser. Das liegt daran, dass Veolia ursprünglich aus der Compagnie Générale des Eaux hervorgegangen ist. Zweitgrößte Sparte (28 Prozent des Betriebsgewinns) ist die Müllentsorgung. Daneben bietet Veolia noch Energie-Dienstleistungen (16 Prozent) und Transport-Lösungen (Bahn, Busse; sechs Prozent) an.

Ein großes Plus bei Veolia: Der Konzern hat bereits den Umsatz für die kommenden 13 Jahre in den Auftragsbüchern – das gibt Sicherheit. Darüber hinaus prognostiziert das Management ein Umsatzwachstum bis 2010 von acht bis zehn Prozent pro Jahr. Die Gewinne sollen noch schneller wachsen.

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