Fresenius-Aktie im Fokus
Wie das Mauerblümchen zur Aktien-Diva wurde

Fresenius gehört zu jenen Aktien, die kaum für Furore sorgen – zu unrecht. Der als „unsexy“ geltende Konzern hat ein starkes Jahr hinter sich. Und wenn die Prognosen stimmen, dürften die Papiere noch attraktiver werden.
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DüsseldorfDass der passende Standort für ein Dax-Unternehmen keine unmaßgebliche Rolle spielt, dürfte hinlänglich bekannt sein. Nicht zuletzt wegen der hervorragenden Infrastruktur, des innovativen Umfelds sowie des sehr guten Bildungssystems, das hochqualifizierte Arbeitskräfte garantiert, hat sich etwa München als Hauptstadt der Dax-Unternehmen herauskristallisiert. Aber auch Frankfurt mit seiner vielfältigen und modernen Wirtschaftsstruktur im Herzen Deutschlands oder das genau in der Mitte zwischen Hamburg, Berlin, Paris, Wien und Mailand gelegene Stuttgart mit seinem Erfindergeist und der hohen Produktivität bieten für Dax-Unternehmen ein perfektes Umfeld.

Einen exklusiven, weitaus beschaulicheren Standort hat hingegen Fresenius gewählt. Dennoch erscheint die Kur-und Kongressstadt Bad Homburg, gelegen im Hochtaunuskreis, für einen Gesundheitskonzern als durchaus passend. Champagnerluft und Tradition sind laut Stadtmotto die beiden außergewöhnlichen Merkmale der rund 52.000 Einwohner zählenden Kreisstadt. Und genau diese besondere Atmosphäre verleiht Fresenius derzeit ordentlich Auftrieb und versetzt das Unternehmen in einen wahrhaften Höhenflug.

Nie zuvor gab es in der Geschichte des Traditionskonzerns, dessen Wurzel bis ins Jahr 1462 reichen, ein derart starkes Auftaktquartal. In den ersten drei Monaten dieses Jahres gelang es, den Umsatz um fast ein Viertel auf beeindruckende 6,5 Milliarden Euro zu steigern. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte gar um 32 Prozent auf 851 Millionen Euro, während sich der um Sondereffekte bereinigte Gewinn um 28 Prozent auf 292 Millionen Euro steigerte.

Garanten für die formidablen Zahlen waren insbesondere die Lieferengpässe der US-Konkurrenz, gute Geschäfte mit Nachahmermitteln sowie eine gesteigerte Profitabilität in der Krankenhaus-Sparte. „Fresenius ist erfolgreich in das neue Geschäftsjahr gestartet“, stellt der Vorstandsvorsitzende Dr. Ulf Mark Schneider nüchtern fest. Deutlich freudetrunkener hingegen nahmen die Aktionäre die tolle Nachricht aus Bad Homburg auf und katapultierten das Papier am Donnerstag mit einem Zuwachs von 4,07 Prozent auf satte 53,43 Euro an die Spitze der Performance-Rangliste des Dax.

Angesichts der langfristen Entwicklung der Fresenius-Aktie dürften die Hessen erst recht Luftsprünge machen: Seit einem Jahr hat der Titel des Mutterkonzerns um sagenhafte 43 Prozent zugelegt. Im selben Zeitraum schoss das Papier der Tochter Fresenius Medical Care um ähnlich beeindruckende über 50 Prozent in die Höhe.

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