Frist bis Juni 2005
Heftiger Streit in Lazard-Führungsspitze um Börsengang

Der Streit in der Führungsspitze der renommierten Investmentbank Lazard über einen möglichen Börsengang spitzt sich zu.

HB PARIS. Der Chairman des 150 Jahre alten Unternehmens, Michel David- Weill, setzte Firmenchef Bruce Wasserstein offenbar brieflich eine Frist bis zum 30. Juni 2005. Bis dahin müsse der Börsengang (IPO) des Bankhauses über die Bühne gegangen sein. Andernfalls müsse Wasserstein seinen Hut nehmen, wurde in informierten Kreisen aus dem Schreiben David-Weills an Wasserstein zitiert. Wasserstein, der sich seit 2001 darum bemüht, dem Unternehmen neues Leben einzuhauchen, bekräftigte seinerseits brieflich, er habe die Absicht, mindestens bis zum Ablauf seines Vertrags Ende Dezember 2006 als CEO weiter verantwortlich für die Tagesgeschäfte zu bleiben.

Er nehme außerdem mit Befriedigung zur Kenntnis, dass sein Vorstandskollege David-Weill nicht grundsätzlich gegen einen Börsengang zu den finanziellen Bedingungen sei, die zuvor gemeinsam abgesprochen worden seien, erklärte Wasserstein. „Wir fahren damit fort, die Möglichkeiten eines IPO zu erkunden“, hieß es in dem Schreiben Wassersteins, das Reuters am Donnerstag vorlag. David-Weill und andere Mitglieder der Lazard-Gründerfamilie liegen mit Wasserstein auch im Streit über Boni, die dieser an Top-Investmentbanker gezahlt hat, um sie zu Lazard zu holen.

Wie aus informierten Kreisen in Paris weiter verlautete, verfügt der altgediente Investment-Banker Wasserstein inzwischen über die Zustimmung von mehr als 99 Prozent der rund 120 Lazard- Partner für die IPO-Pläne. Lazard-Chairman David-Weill sowie anderen Lazard-Familienmitgliedern gehören rund 20 Prozent der Bank. Ein Börsengang würde das Ende einer Ära für das Investmenthaus bedeuten. Das als verschwiegen geltende Institut müsste danach seine Bücher regelmäßig für Investoren öffnen.

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