Fünf Fragen an: Martin Heming von Schott Solar
„Wir wollen schon bald an die Börse“

"Wir haben jetzt keinen Druck": Der Hoffnungsträger Schott Solar hat seinen Börsenstart verschoben. Im Interview spricht Vorstandschef Martin Heming über die Ursachen, den weiteren Zeitplan und die Anfälligkeit der Solar-Branche.

Handelsblatt: Schott Solar wird wegen der Marktturbulenzen nun nicht wie geplant an diesem Freitag an die Börse gehen. Wie ist der weitere Zeitplan für den Börsengang?

Martin Heming: Um in volatilen Marktphasen flexibel zu sein, haben wir bewusst das Verfahren des Decoupled Bookbuilding für unseren Börsengang gewählt. Nach den Regularien der Börsenaufsicht BaFin haben wir noch einige Wochen Zeit, um mit einem Nachtrag zum Prospekt an die Börse zu gehen.

Stießen Sie bei ihrer Roadshow in der vergangenen Woche überhaupt auf Investoren oder sind die Meetings wegen der heftigen Marktbewegungen reihenweise abgesagt worden?

Nach der Premarketing-Phase vor der Roadshow in den vergangenen Wochen war das Interesse von Investoren sogar so groß, dass die Konsortialbanken bei den Wünschen nach Einzelgesprächen sehr wählerisch sein konnten. Obwohl dann während der Roadshow die Nachrichten von Lehman, AIG etc. kamen, haben alle Termine vollständig stattgefunden. Es sind sogar häufig mehr Fondsmanager erschienen, als wir erwartet hatten.

Angenommen, die Märkte zeigen sich in einigen Wochen noch immer von der schwierigen Seite, ist ein Verschieben des Börsengangs ins Frühjahr 2009 möglich?

Wir haben jetzt keinen Druck, an die Börse gehen zu müssen, da unsere Ausbaupläne auch über die Schott AG vollständig finanziert sind. Wir sind in enger Abstimmung mit unseren Banken. Bei einem stabilen Kapitalmarktumfeld können wir uns auch sehr kurzfristig in diesem Jahr einen Börsengang vorstellen. Wenn die Banken uns signalisieren, dass der Börsengang zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoller wäre, dann würden wir auch einen Termin im kommenden Jahr erwägen.

Auch auf die Gefahr hin, in den nächsten Wochen dann im Fahrwasser des Bahn-Börsengangs weniger beachtet zu werden?

Beide Unternehmen sind so verschieden, dass es hier wohl zu keinen Konflikten kommen dürfte.

Zyklische Branchen wie die Solar-Industrie gelten gerade in schwächeren Konjunkturphasen, wie sie jetzt erwartet werden, als anfällig. Spüren Sie bereits Auswirkungen?

Zum einen kann die Solarbranche nicht als kurzfristig bezeichnet werden, sondern sie folgt einem langfristigen Wachstumstrend. Zum anderen hat sich unser Auftragsbestand zuletzt noch deutlich vergrößert. Hinzu kommen positive Signale aus den USA zur Verlängerung der Steuervergünstigung für erneuerbare Energien.

Die Fragen stellte Christian Schnell.

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