Fünf-Jahres-Hoch
Zerschlagungsgerüchte treiben Vodafone-Aktie

Medienberichten zufolge arbeiten Verizon und AT&T an einer Zerschlagung von Vodafone. Die Gerüchte lassen die Aktie auf den höchsten Stand seit fünf Jahren steigen. Börsianern kommt das Gerücht allerdings bekannt vor.
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FrankfurtSpekulationen auf einen Deal von Verizon Communications und AT&T zur Übernahme und Zerschlagung von Vodafone haben die Aktien des britischen Telefonriesen am Dienstag um zuletzt 4,6 Prozent auf 195,10 Pence in die Höhe getrieben. So hoch hat Vodafone zuletzt im November 2007 notiert. Damit führten Vodafone die Gewinnerlisten im „Footsie“ und im Stoxx50 an.

Der Alphaville Blog der „Financial Times“ hatte unter Berufung auf „gewöhnlich gut unterrichtete Kreise“ berichtet, die beiden US-Konzerne arbeiteten an einem Aufspaltungsplan für den weltweit zweitgrößten Mobilfunkanbieter. Dabei sei ein Gebot von 260 Pence je Aktie im Gespräch - also ein Aufschlag von 40 Prozent zum aktuellen Kurs.

Schon seit Wochen wird spekuliert, Vodafone könnte seinen Anteil von 45 Prozent am Joint Venture mit Verizon Wireless oder sogar sich selbst an Verizon Communications verkaufen. Hintergrund ist eine zu erwartende Steuerlast, die Vodafone gerne vermeiden möchte. „Das ist die übliche Verizon-Saga“, erklärte ein Börsianer. „Das ist inzwischen zum Selbstläufer geworden.“

Verizon wolle dieses Jahr die Partnerschaft mit Vodafone auflösen und die vollständige Kontrolle bei Verizon Wireless, seinem wichtigste Aktivposten, übernehmen und habe auch eine vollständige Fusion erwogen, verlautete bereits im März aus unterrichteten Kreisen. In diesem Szenario könnte Verizon das Auslandsgeschäft von Vodafone mit einem Aufschlag an AT&T veräußern, wie Analysten mutmaßten. Matt Morgan, ein Sprecher von Vodafone im britischen Newbury, wollte sich zu dem Bericht von FT Alphaville nicht äußern.

Im März hatte Bloomberg von Personen, die mit den Vorgängen vertraut sind, bereits erfahren, dass Verizon und Vodafone zuletzt im Dezember über eine vollständige Fusion gesprochen hatten. Man habe sich aber nicht über die Unternehmensführung und den Sitz der neuen Zentrale einigen können. Daher erscheine ein Buyout oder Teilverkauf des Anteils von 45 Prozent, den Vodafone an Verizon Wireless hält, wahrscheinlicher, hieß es weiter. Analysten zufolge ist der Anteil rund 115 Mrd. Dollar wert.

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Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Da kann schon was dran sein.

    Lesen Sie die die Berichterstattung aus den Neuen Wirtschaftsbriefen - Internationales Steuerrecht (IWB) des Jahres 2012.

    Da wird berichtet, was Vodafone in Indien in puncto Steuern gemacht hat.

    M.E. gibt es aus 2013 Berichterstattung, dass der indische Staat sich das von Vodafone nicht gefallen lassen will - Urteil des höchsten indischen Gerichts hin oder her.

    Schauen wir mal auf die Ausschreibung der deutschen Mobilfunk-Lizenzen vor mehr als 10 Jahren zurück - auch da hatte Vodafone eine solche "steuerliche Gestaltung", dass daraufhin die deutschen Gesetze geändert wurden: Leider aber eben zu spät.

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