Fünfter Versuch
Prada plant den Börsengang – mal wieder

Zum fünften Mal hat das Modehaus Prada einen Börsengang angekündigt. Diesmal soll die Neuemission in Hongkong stattfinden. Dort will die Luxusmarke Privatanleger anziehen. Prada muss seine Finanzen neu ordnen. Worauf sich Anleger einstellen müssen.
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MAILAND. Das italienische Modehaus Prada setzt zum fünften Mal zum Börsengang an. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, wollen die Italiener den Schritt diesmal in Hongkong wagen, da es in Asien mehr aktive Privatanleger gebe.

In den vergangenen zehn Jahren hat Prada bereits viermal einen IPO angekündigt, hat sich dann aber doch zurückgezogen. Ein Sprecher von Prada bestätigte, dass das Unternehmen Hongkong in Betracht zieht. Zum Zeitrahmen sagte er: „2011 ist ein möglicher Zeithorizont.“

Prada ist mit einem Umsatz von voraussichtlich zwei Mrd. Euro und einem Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von knapp einer halben Mrd. in diesem Jahr eines der größten und bekanntesten italienischen Modelabels. Doch in den vergangenen Monaten hat das Haus nicht nur mit seinen Marken wie Miu Miu und Church’s von sich reden gemacht.

Finanzen neu geordnet

Im Juli musste das Unternehmen Gerüchte dementieren, dass ein chinesischer Investor einsteige. Anlass für die Gerüchte waren die auslaufenden Kredite des verschuldeten Modehauses. Statt einen ausländischen Investor zu suchen, haben die Italiener sich jedoch mit einer Gruppe von sieben Banken auf eine Finanzierung von 360 Mio. Euro über drei Jahre geeinigt. Damit haben sie die Schulden refinanziert und sich Luft geschaffen.

Der kreative Kopf von Prada ist die Gründer-Enkelin Miuccia Prada, die das Unternehmen 1978 geerbt hat. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Patrizio Bertelli, der sich um die Finanzen kümmert, hat sie die Marke weltweit berühmt gemacht. Spätestens seit dem Bestseller und Film „Der Teufel trägt Prada“ kennen auch modemuffelige Menschen den Namen.

Doch ihr Mann hat sich mit seinen Zukäufen mehrfach verrannt: Vor allem die Übernahme der Hamburger Modemarke Jil Sander war ein Debakel. Prada trennte sich vor vier Jahren endgültig von dem Label. Auch das Label Helmut Lang war ein Fehlgriff und blieb nicht lange in der Gruppe. Prada gehört zu knapp 95 Prozent der Familie Bertelli und zu fünf Prozent der Bank Intesa Sanpaolo.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin

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