Für das laufende Jahr erwarten Börsianer rund zehn IPOs: Paion gibt beachtliches Börsendebüt 2005

Für das laufende Jahr erwarten Börsianer rund zehn IPOs
Paion gibt beachtliches Börsendebüt 2005

Beim ersten Börsengang des Jahres in Deutschland hat die Biotechnologiefirma Paion am Freitag ein beachtliches Debüt gegeben. Nach zögerlicher Nachfrage vor dem ersten Handelstag notierten die Paion-Aktien dann in der Spitze knapp 6 Prozent über dem Ausgabepreis.

HB FRANKFURT. Ob 2005 insgesamt ein erfolgreiches Jahr für Börsengänge wird, ist nach Einschätzung von Experten allerdings offen. Nachdem die Paion-Titel exakt zum Ausgabepreis von 8 Euro in den Handel gestartet waren, kletterten die Papiere im Verlauf bis auf 8,47 Euro. Am Nachmittag wurden die Aktien mit dann nur noch 8,38 Euro gehandelt. „Wir sind mit dem Start an die Börse sehr zufrieden“, sagte ein Paion-Sprecher. Das Emissionsvolumen der im Börsensegment Prime Standard notierten Gesellschaft aus Aachen ist mit nur 40 Millionen Euro allerdings vergleichsweise gering.

Der für den 9. März anvisierte Börsengang (IPO) des Bezahlfernsehsenders Premiere dürfte demgegenüber nach Informationen aus mit der Situation vertrauten Kreisen ein Emissionsvolumen von mindestens 600 Millionen Euro haben. Als Börsenkandidat für März wird zudem der Hersteller von Solaranlagen Conergy gehandelt. Auch einige Firmen aus der Biotechnologiebranche wie Jerini dürften den Paion-IPO genau verfolgen, erwägen sie doch selbst eine Börsennotiz.

„Den Paion-Börsengang kann man als Erfolg bezeichnen“, sagte Eberhard Dilger, Leiter Aktienemissionsgeschäft bei der Commerzbank. „Positiv ist vor allem, dass Paion flexibel auf die anfänglich zögerliche Nachfrage reagiert und die Preisspanne gesenkt hat“. Die auf die Entwicklung von Schlaganfall-Medikamenten spezialisierte Firma hatte zu Wochenbeginn die Preisspanne auf acht bis 14 Euro von ursprünglich elf bis 14 Euro geändert. Finanzexperten hatten unter Verweis auf die noch sehr frühe Entwicklungsphase der Paion-Medikamente die alte Angebotsspanne als ambitioniert kritisiert.

„Für Trendaussagen, ob der IPO-Markt 2005 in Schwung kommt, gibt Paion aber noch keinen Anlass. Allerdings ist ein erster Schritt gemacht“, sagte Emissionsexperte Dilger. Für das laufende Jahr erwarten Börsianer rund zehn IPOs. 2004 gingen fünf Unternehmen - darunter Postbank und Epigenomics - an die Börse, fünf weitere sagten ihren Börsengang ab.

Wie viele andere Firmen aus der Biotechbranche rechnet auch Paion bis zur Marktreife seines am weitesten entwickelten Produkts Desmoteplase mit Verlusten. Die Zulassung dafür soll 2007 beantragt werden. Bei Desmoteplase handelt es sich um eine gentechnisch hergestellte Version eines Proteins, das die Blutgerinnung hemmt. Der Wirkstoff stammt ursprünglich aus dem Speichel der Vampirfledermaus Desmodus Rotundus. Mit den Geldern aus dem Börsengang will Paion ein integriertes Medikamentenportfolio zur Behandlung von Schlaganfällen und anderen thrombotischen Erkrankungen aufbauen. Im Zuge des Börsengangs, der von UBS federführend begleitet wurde, gibt Paion fünf Millionen Aktien aus, zuzüglich einer Mehrzuteilungsoption von 750.000 Stück. Bei Ausübung der Option fließen der Firma über die Börse 46 Millionen Euro zu.

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