Fundamental-Analysten erwarten nur eine kurze Konsolidierung
Charttechniker sehen Dax weiter fallen

An den Börsen kippt die Stimmung. Experten fürchten, dass nach zwölf starken Börsenmonaten die erste große Korrektur begonnen hat. Darauf deuten ungewöhnlich hohe Umsätze und Kursverluste hin. Schlechte Vorgaben der US-Börsen, widersprüchliche Konjunkturdaten und die Sorge, dass sich der amerikanische Arbeitsmarkt nicht erholt, sorgen für den Umschwung. Die Terroranschläge in Madrid belasten zusätzlich.

DÜSSELDORF. Während Fundamental-Analysten nur eine gesunde Zwischenkorrektur innerhalb des Aufwärtstrends sehen, schlagen Charttechniker Alarm. Große Indizes wie S & P- 500, Euro Stoxx und Deutscher Aktienindex (Dax) haben wichtige Marken nach unten durchbrochen. So kam es gestern bei den Dax-Werten zu Verkaufswellen, nachdem am Vormittag die Unterstützung von gut 3 980 Punkten, die in diesem Jahr gehalten hatte, durchbrochen worden war. Binnen Minuten verlor der Dax weitere 100 Punkte. Dabei waren die Umsätze doppelt so hoch wie üblich. Der Volatilitäts-Index (VDax), der die Kursschwankungen und die von Investoren erwarteten Marktbewegungen misst, schnellte um mehr als 20 % in die Höhe.

„Wir müssen uns auf weiter schwache Tage einstellen“, meint Achim Matzke von der Commerzbank. Kursrückgänge von 10 % seien nach dem 90-prozentigen Boom seit März vergangenen Jahres sicherlich nicht ausreichend. Matzke erwartet kurzfristig Unterstützung im Bereich zwischen 3 800 und 3 850 Punkten. Dort fand der Dax in den letzten Jahren häufig einen Halt. Auf mittlere Sicht sieht er den Dax aber bis auf die 200-Tage-Linie bei gut 3 600 Punkte fallen. Auch Martin Siegert von der Landesbank Baden-Württemberg erwartet, dass sich die Abwärtsentwicklung fortsetzt: „Der Dax hat den Aufwärtstrend gebrochen.“

Der Richtungswechsel kam nicht ganz unerwartet, nachdem in den vergangenen Wochen der Bereich von 4 175 Punkten mehrfach nicht überwunden worden war und sich damit ein doppeltes Hoch gebildet hatte. Als erste wichtige Unterstützung sieht auch Siegert die Marke von 3 850 Punkten. „Insgesamt ergibt sich ein Bild, das noch viel Platz nach unten lässt.“ Nach Meinung der Bayerischen Landesbank wurde mit dem Rutsch unter 3 980 Punkte eine „Gipfelbildung“ abgeschlossen. Das nächste Kursziel liege bei 3 800 Zählern.

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