Furcht vor Kursrutsch: Topmanager halten sich bei Aktien zurück

Furcht vor Kursrutsch
Topmanager halten sich bei Aktien zurück

Die Unternehmensinsider untermauern ihren Ruf als Kontraindikator. Obwohl die Kurse an der Börse steigen, bleiben sie skeptisch und zurückhaltend mit ihren Orders. Dafür gibt es eine einfache Erklärung.
  • 2

FrankfurtDer Jahresstart an der Börse kann sich sehen lassen. Mehr als 300 Punkte hat der Dax seit dem ersten Handelstag vor zwei Wochen zugelegt. Das sind sechs Prozent. Damit hatten die wenigsten gerechnet. So gut wie alle Aktien steigen, sogar die Banktitel. Optimismus ist allenthalben zu spüren. „Nicht nur defensive Titel“, sagt Uwe Zöllner vom Fonds-Riesen Franklin Templeton auf die Frage, in welche Aktien Anleger denn investieren sollten. Ruhig etwas offensiver als bislang dürfte sie Aktien angehen und auch in zyklische Konsum- und Industriewerte investieren.

Eines steht jedoch nach Auswertung der jüngsten Zahlen der Börsenaufsicht Bafin fest: Viele Topmanager aus deutschen Großunternehmen waren nicht unter den Käufern. Zwar gab es unter den 160 Unternehmen aus den deutschen Topindizes Dax, MDax, TecDax und SDax zuletzt zwei größere Orders - die waren aber Ausnahmen. „Ob dies die Ruhe vor dem Sturm ist, oder ob sich der Aktienmarkt in diesem Jahr wieder in einem normalen Fahrwasser bewegt, werden die nächsten Tage und Wochen zeigen“, sagt Simon Bölinger vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) in Aachen.

Momentan sieht es jedenfalls danach aus, als würden die Unternehmensinsider ihrem Ruf als Kontraindikator wieder einmal gerecht. In der Regel agieren sie so, wie es der Markt nicht tut. Gekauft haben sie in den Monaten August bis Oktober, als die Kurse völlig im Keller waren. Die Notierungen deckten sich nicht mit dem, was die Unternehmenslenker aus Auslastung, Auftragslage und Kundengesprächen in den eigenen Gesellschaften ablasen. Denn daraus deutete nichts auf eine Krise hin. Je mehr sich der Dax und all die anderen Indizes in den Wochen zum Jahresende erholten, desto weniger griffen sie zu.

Zuletzt ist das Insider-Barometer auf 113 Punkte gefallen. Damit liegt es noch eben im Kaufbereich, der bei 110 Punkten beginnt. Im Vergleich zur Lage im Oktober, als das Barometer über 170 Punkten stand, ist das jedoch ein gewaltiger Aderlass. Damals hatte der Dax von einem Niveau um 5200 Punkte herum zur langsamen und längst nicht immer kontinuierlichen Erholung angesetzt.

Seite 1:

Topmanager halten sich bei Aktien zurück

Seite 2:

Firmengründer lag mit Wette gründlich daneben

Kommentare zu " Furcht vor Kursrutsch: Topmanager halten sich bei Aktien zurück"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Was heißt "Topmanager". Es gibt wenig wahre Top-Manager.
    Es ist wie bei den sogenannten "Experten". Aber bei denen fallen mir noch weniger Kapazitäten ein. Fast alle sind Herdentiere die nur etwas von sich geben um etwas gesagt zu haben. Leider fallen auch "Topmanager" auf diese Typen rein. Deshalb Vorsicht bei derer Börse-Prognosen.

  • Nun entscheidet Euch mal:
    Kaufen Topmanager Aktien ist sofort der Insiderverdacht auf dem Tisch.
    Tun sie das nicht, trauen die ihrer eigenen Leistung nicht mehr.
    Wie hätten Sie es denn gern?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%