Fusionsgerüchte um Versorger und Finanzfirmen hieven den Ibex-35 in neue Höhen
Dynamischer Energiesektor treibt die spanische Börse

Die Madrider Börse lässt sich vom hohen Ölpreis kaum beeindrucken. Im Gegenteil: Sie zehrt von den vielen Übernahmegerüchten auf dem heimischen Markt. Vor allem die Energiewerte bringen neuen Schub.

MADRID. Die geplante Übernahme des größten Versorgers Endesa durch den kleineren Gasdienstleister Gas Natural hat den gesamten Sektor in Schwung gebracht. Als dann vor etwas mehr als einer Woche noch der drittgrößte Stromkonzern des Landes, Unión Fenosa, in eine Übernahmeschlacht geriet, erklomm der Referenzaktienindex Ibex-35 erstmals in diesem Jahr 10 700 Punkte. Seither peilt der Index die 11 000er-Marke an. Derzeit schwankt er um die 10 900 Punkte.

Der Versuch der spanischen Bank Santander Central Hispano (SCH), ihren 22-prozentigen Anteil an der Unión Fenosa zu verkaufen, entwickelte sich im Umfeld der Endesa-Übernahme zu einem Bieterkampf zwischen dem Baukonzern ACS sowie verschiedenen galizischen Unternehmen und Sparkassen. ACS bekam schließlich den Zuschlag, die Aktie verlor dementsprechend. Unión Fenosa legte jedoch von 25 auf über 27 Euro zu und stimulierte auch alle anderen Energiewerte.

Auf das ganze Jahr bezogen gewann der Ibex bereits 19 Prozent und gehört damit zu den besten Indizes in Europa. Vor zehn Tagen wurde der Markt zusätzlich durch das Gerücht angeheizt, dass British Petroleum den spanisch-argentinischen Mineralölkonzern Repsol YPF übernehmen wolle. Auch wenn es nur ein Gerücht blieb, legte die Repsol-Aktie innerhalb weniger Tage von knapp 26 Euro auf 28 Euro zu.

„Aber auch im Bankensektor gibt es derzeit viel Bewegung“, sagt Alberto Alonso vom spanischen Broker Inversis Banco. Erst hieß es, die zweitgrößte spanische Bank wolle die britische Barclays übernehmen. „Der Markt erwartet seit dem vergeblichen Kauf der italienischen BNL, dass die BBVA nun woanders zuschlägt“, sagt Alonso. Aber es gibt auch Gerüchte, die Deutsche Bank wolle ihr Filialnetz in Spanien verkaufen. Die mittelgroße Bank Banco Sabadell kündigt seit geraumer Zeit an, dass sie ihren Marktanteil zu Hause erhöhen will. Sie könnte an dem möglichen Angebot der Deutschen Bank interessiert sein.

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