Fusionspläne von O2 und E-Plus
Erfolgsaussicht für Mobilfunkdeal treibt Kurse

Vermutlich bekommen sie das „Go“ aus Brüssel – dann schmieden o2 und E-Plus den größten deutschen Mobilfunkanbieter. Die Aussicht darauf ließ auch Händler an der Börse nicht kalt: Die Aktienkurse beider Firmen steigen.
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Frankfurt/ BrüsselDie Aussicht auf grünes Licht für die Milliarden-Übernahme von E-Plus hat den Aktien von Telefonica Deutschland Auftrieb gegeben. Die Papiere des unter der Marke o2 bekannten Mobilfunkers stiegen am Dienstag um mehr als vier Prozent und gehörten damit zu den größten Gewinnern im Technologieindex TecDax. Die EU-Kommission steht nach Aussagen von zwei mit der Sache vertrauten Personen davor, den Kauf von E-Plus durch Telefonica mit Auflagen zu erlauben. Das neue Unternehmen müsste aber mindestens ein Fünftel seiner Kapazitäten an Rivalen ohne eigenes Mobilfunknetz abgeben, sagten die Personen. Das sei eine der Bedingungen. Sprecher der Kommission sowie der Firmen wollten sich dazu nicht äußern. Das Okay aus Brüssel kann bereits Anfang Juli eintreffen - offiziell hat sich die Behörde bis zum 10. Juli Zeit gegeben.

Sollte die 8,6 Milliarden Euro schwere Fusion gelingen, würden der dritt- und der viertgrößte Mobilfunkanbieter zum neuen Marktführer vor Deutscher Telekom und Vodafone fusionieren. Die Wettbewerbshüter nehmen das Mitte 2013 angekündigte Vorhaben intensiv unter die Lupe, da sie fürchten, nach der Fusion könnten die Mobilfunkpreise in Deutschland steigen. Telefonica bot Zugeständnisse an, unter anderem Starthilfe für einen neuen Wettbewerber. Da sich aber wegen der hohen Kosten für den Aufbau eines Netzes voraussichtlich kein Neueinsteiger nach Deutschland wagen wird, setzt die Kommission darauf, die Position von bereits etablierten Anbietern ohne Mobilfunknetz zu stärken. Die sollten die Möglichkeit haben, etwa 20 Prozent des Netzes zu mieten, sagten die Personen. Derzeit verhandle Telefonica mit den Anbietern Freenet, Drillisch und United Internet über die Höhe der Mietpreise.

In dem Kartellverfahren hat die EU-Kommission die Federführung. Doch wenn die Genehmigung vorliegt, schaltet sich auch die Bonner Bundesnetzagentur ein. Und die plant zwar Auflagen, die aber lange nicht so weitreichend sind wie von Experten erwartet. Die beiden Unternehmen dürfen nämlich dem jüngsten Entwurf der Netzagentur zufolge ihre Handy-Frequenzen grundsätzlich behalten. Lediglich Mobilfunkspektrum, das in einer bald geplanten Versteigerung nicht von Telefonica erneut gekauft werde, müsse früher als geplant, nämlich schon Ende 2015, zurückgegeben werden.

Hinter Telefonica steht der gleichnamige spanische Telefon-Riese. E-Plus gehört der niederländischen KPN. Hauptantrieb für die Fusion ist für die Unternehmen die Aussicht auf hohe Einsparungen: Durch das Zusammengehen sollen die Kosten um bis zu 5,5 Milliarden Euro sinken. Das wäre vor allem dadurch erreichbar, dass nur noch eines statt bislang zwei Mobilfunknetze betrieben werden müsste.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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