Gabelstaplerhersteller
Kion geht an die Börse

Schon bald will der hessische Gabelstaplerbauer Kion an die Börse gehen. Im Zuge der Neuemission wird ein chinesischer Konzern seine Anteile aufstocken – es ist die bisher größte chinesische Investition in Deutschland.
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Wiesbaden/FrankfurtDer Wiesbadener Gabelstapler-Hersteller Kion will innerhalb der kommenden Wochen an die Börse gehen. Geplant sei die Erstnotiz im Prime Standard der Frankfurter Börse bis zum Sommer, teile der nach Toyota Industries weltweit zweitgrößte Gabelstapler-Konzern am Montag mit. Üblicherweise dauert es nach einer solchen offiziellen Ankündigung noch vier bis sechs Wochen bis zum ersten Handelstag. Die Mehrheitseigentümer KKR und Goldman Sachs sollen auch nach dem Börsengang an Bord bleiben, der chinesische Fahrzeug- und Maschinenbaukonzern Weichai Power als Ankerinvestor wolle seine Beteiligung sogar aufstocken.

Die US-Investoren KKR und Goldman Sachs hatten die ehemalige Gabelstapler-Sparte des Dax-Konzerns Linde 2006 übernommen. Weichai Power war im vergangenen Jahr dazugestoßen. Die Chinesen übernahmen für mehr als 730 Millionen Euro ein Viertel der Anteile und sicherten sich die Mehrheit an der Hydraulik-Sparte von Kion. Schon jetzt ist Kion damit die größte Investition Chinas in Deutschland. Die Kion-Gruppe erzielte im vergangenen Jahr 4,7 Milliarden Euro Umsatz (plus 8,2 Prozent), und machte nach einem Verlust von 93 Millionen Euro im Vorjahr 161 Millionen Euro Gewinn.
Einschließlich Schulden und Pensionsverpflichtungen wird Kion zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen zufolge mit mehr als fünf Milliarden Euro Enterprise Value bewertet. Der reine Unternehmenswert (Equity Value) liegt einem der Insider zufolge bei rund 3,5 Milliarden Euro. Dabei fließen sowohl die Erwartungen für das Jahr 2013 als auch die Entwicklung wichtiger börsennotierter Rivalen wie Jungheinrich und Toyota Industries ein.

Geplant ist den beiden Insidern zufolge eine Kapitalerhöhung mit neuen Investoren im Volumen von rund 500 Millionen Euro. Weitere rund 400 Millionen Euro werde Weichai beitragen, um seine Anteile auch nach der Verwässerung durch die Kapitalerhöhung von derzeit 25 auf 30 Prozent zu erhöhen. Außerdem sollen den Insidern zufolge weitere rund 100 Millionen Euro an Darlehen von KKR und Goldman Sachs in Eigenkapital umgewandelt werden. Insgesamt würden Kion rund eine Milliarde Euro an zusätzlichem Eigenkapital zufließen.

Wie groß der Anteil sein soll, den KKR und Goldman Sachs im Zuge des Börsengangs abgeben, war zunächst nicht zu erfahren. Ihre Beteiligung werde auch nach der Erstnotiz „substanziell” bleiben, sagten die beiden Insider. Die Deutsche Bank und Morgan Stanley sollen beim Börsengang die Bücher führen, mit dabei sind auch die Bankhäuser BNP Paribas, Commerzbank, Societe Generale und Unicredit. Global koordinieren sollen das IPO Goldman Sachs und KKR.

Kion hatte erst vor wenigen Tagen seine Zahlen zum ersten Quartal vorgelegt. Danach setzte der Gabelstapler-Hersteller von Januar bis März ohne die verkaufte Hydrauliksparte 1,09 Milliarden Euro um - nach 1,10 Milliarden Euro vor Jahresfrist ein leichter Rückgang. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) nahm um 2,7 Prozent auf 92,8 Millionen Euro zu. Kion ist mit einem Marktanteil von 36 Prozent klar die Nummer Eins der Branche in Westeuropa. Durch Ausbau der Geschäfte in den Wachstumsmärkten ist Kion inzwischen der führende ausländische Hersteller in China und die Nummer zwei in Indien. Der Konzern mit den Marken Linde, Still, Fenwick, OM, Baoli und Voltas strebt mittelfristig eine zweistellige operative Rendite an. Im ersten Quartal warf das Geschäft eine operative Rendite (bereinigte Ebit-Marge) von 8,5 Prozent ab.

Agentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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  • Buffet has always sworn never to buy a company from the PE Crowd– as it doesn’t have the long-standing management-owner nucleus long associated with it.

    Calling this “Orwellian”: he wrote that “private equity” is a “name that turns facts upside-down: A purchase of a business by these firms almost invariably results in dramatic reductions in the equity portion of the acquiree’s capital structure compared to that previously existing.”

    In other words its “Orwellian” because in point of fact there is less private equity and more dangerous debt piled on them. ” A number of these acquirees are now in mortal danger because of the debt piled on them by their private-equity buyers,” Buffett wrote.

    But, lucky for Goldman and KKR, theres more than one Muppet born every minute: "Well with the chinaman already havin 30% of them Kion stocks, I bet he´ll buy the rest driving that stock way up high. Yup, gonna cash in big time on this one..."

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