Gabriel für Zusammenschluss mit KMW?
Fusionsfantasien führen Rheinmetall an die MDax-Spitze

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel soll eine Fusion von Krauss-Maffei Wegmann (KMW) mit Rheinmetall befürworten. Dabei hat sich KMW einen anderen Partner ausgeguckt. Trotzdem schießen Rheinmetall-Papieren in die Höhe.
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DüsseldorfAngetrieben von Fusionsfantasien haben sich die Aktien der Rüstungsschmiede Rheinmetall am Mittwoch an die Spitze der MDax-Gewinner gesetzt. Nach einem Bericht der Wochenzeitung „Die Zeit“ über Forderungen von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel nach einer Fusion der beiden deutschen Panzerhersteller Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann (KMW) bauten die Titel ihre Kursgewinne aus. Zuletzt notierten sie vier Prozent im Plus.

Das Wirtschaftsministerium teilte als Reaktion auf den Bericht mit, Gabriel setze sich nicht aktiv für eine Fusion ein. „Fusionen von Unternehmen sind unternehmerische Entscheidungen, die das Bundeswirtschaftsministerium nicht kommentiert“, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. „Grundsätzlich können Kooperationen, auch europäische, in der Rüstungsindustrie jedoch sinnvoll sein, um den Herausforderungen des Marktes zu begegnen.“

Der Minister wolle zudem aus den Mitteln seines Hauses ein Programm zur „Diversifizierung der Rüstungsindustrie“ auflegen, das bei der Umrüstung auf zivile Produkte helfen soll, berichtete das Blatt weiter. Gabriel wolle den Unternehmen so helfen, Überkapazitäten abzubauen. Bei Rheinmetall war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die beiden Firmen produzieren gemeinsam die Panzer Leopard und Puma. Derzeit plant Krauss-Maffei allerdings eine Fusion mit dem französischen Rüstungshersteller Nexter. Am Freitag kommt Gabriel mit Vertretern der Rüstungsindustrie zusammen.

Der Minister wolle zudem aus den Mitteln seines Hauses ein Programm zur „Diversifizierung der Rüstungsindustrie“ auflegen, das bei der Umrüstung auf zivile Produkte helfen soll. Gabriel will den Unternehmen so helfen, Überkapazitäten abzubauen, berichtet „Die Zeit“ weiter. Bisher sicherte ein Teil der deutschen Waffenproduzenten seine Umsätze auch durch lukrative Aufträge aus Ländern wie Saudi Arabien, Katar oder Algerien.

Gabriel hatte hingegen angekündigt, den Export von Rüstungsgütern nach strengeren Maßstäben zu beurteilen als sein Vorgänger. Behörden sollen künftig im Ausland kontrollieren, wo die Waffen wirklich landen. Das Wirtschaftsministerium prüft zudem, wie es Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz besser kontrollieren kann.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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