Gegen den Dax-Trend
Anleger honorieren Entlassungspläne nicht

Telekom-Chef René Obermann macht weiter ernst. Nach dem Verkauf der Auslandstochter T-Mobile USA soll nun der eigene Führungszirkel verkleinert werden. Die Anleger danken es ihm nicht - die Aktie fällt gegen den Trend.
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Die Aktie der Telekom hat sich am Montag im Vergleich zum Großteil der Dax-Titel negativ entwickelt. Mit minus 1,1 Prozent bei 10,73 Euro gehörte sie zuletzt zu den wenigen Verlieren in einem ansonsten positiven Umfeld. Händler verwiesen auf einen Bericht des Handelsblatts und eine neue Studie der UBS.

Um die Profitabilität noch weiter zu steigern, muss der Telekom-Chef in Deutschland die Kosten senken. Dazu nimmt er sich nun den eigenen Führungszirkel vor. Obermann wolle sich in den kommenden Jahren von bis zu 1.600 Managern in der Konzernzentrale trennen, berichten Firmenkreise. Damit würde er knapp acht Prozent aller Stellen in der Verwaltung streichen. Die Pläne sind Teil der Mittelfristplanung, die bis 2015 läuft. Ein Sprecher bestätigte die Pläne, wollte sich aber zum Umfang nicht äußern. Der Abbau wird die Telekom zunächst aber teuer zu stehen kommen. Da es um Stellen im gehobenen Management geht, erwarten Konzernkreise Kosten für Abfindungen von 320 bis 400 Millionen Euro.

Die UBS hat indes ihr Kursziel für die Deutsche Telekom vor Zahlen zum zweiten Quartal von 11,40 auf 11,20 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Das deutsche Mobil- und Festnetzgeschäft dürfte sich solide entwickelt haben, die zum Verkauf stehende Konzerntochter T-Mobile USA erwartet er allerdings schwächelnd, schrieb Analyst Andy Parnis in einer Studie vom Montag. Der größte deutsche Telekomkonzern sollte die Markterwartungen aber erfüllen. Er habe im Zuge der Übernahme der Papiere in seine Zuständigkeit die Prognosen und das Kursziel etwas geändert.

Seit Anfang des Jahres konnte die Aktie im Mai bis auf ein Jahreshoch von 11,32 Euro klettern. Danach ging es bis auf zehn Euro abwärts. Seitdem pendelt die Aktie zwischen zehn und elf Euro.

Martin Barwitzki
Martin Barwitzki
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

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