General Motors
GM peilt größten Börsengang der Geschichte an

Jetzt ist es raus: Der US-Autobauer General Motors verlangt bei seiner Rückkehr an die Börse den maximal möglichen Preis je Anteilsschein, nämlich 33 Dollar. Damit könnte GM den größten Börsengang der Geschichte hinlegen - mit einem Volumen von 23,1 Milliarden Dollar.
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HB DETROIT. US-Präsident Barack Obama war um große Worte nicht verlegen. Der Börsengang von General Motors sei nicht nur ein "gigantischer Meilenstein" auf dem Rückweg des Unternehmens in die Unabhängigkeit, sagte Obama gestern Abend in Washington. Er sei auch ein solcher für die gesamte US-Autoindustrie. Die Zahlen geben ihm recht.

General Motors steuert auf den größten Börsengang der Geschichte zu. Der Opel-Mutterkonzern steht ein Jahr nach der Beinahepleite derart verlockend da, dass sich Investoren um die Anteile reißen. Am Ende könnte GM sogar den bisherigen Spitzenreiter - die Agricultural Bank of China mit ihren 22,1 Milliarden Dollar - in den Schatten stellen.

GM werde zwischen 20,1 und 23,1 Milliarden Dollar einsammeln, teilte das Unternehmen am späten Mittwoch (Ortszeit) in Detroit mit. Wegen der hohen Nachfrage verlangt GM den maximal möglichen Preis für seine Stammaktien, das sind 33 Dollar das Stück.

Die Gesamtsumme liegt fast anderthalb mal so hoch wie ursprünglich geplant. Zwischenzeitlich hatte GM sowohl die Preisspanne als auch die Zahl der Aktien erhöht. Die Mehreinnahmen fließen vor allem in die US-Staatskasse. Die Regierung in Washington hatte GM mit einer satten Finanzspritze vor dem Untergang gerettet und hält seitdem die Mehrheit. Weitere Aktien liegen bei Kanada, der Autogewerkschaft UAW sowie Gläubigern der alten GM.

„Wir sind besonders denen dankbar, die uns in den schweren Zeiten beigestanden haben“, sagte Finanzchef Chris Liddell. Er prophezeite dem Unternehmen goldene Zeiten. Der Konzern wird wie erwartet an diesem Donnerstag an die Börse zurückkehren. Am Morgen beginnt der Handel an der New York Stock Exchange und der Toronto Stock Exchange.

In einem ersten Schritt wirft GM im Auftrag seiner Besitzer 478 Millionen Stammaktien auf den Markt. Zusammen mit der „eisernen Reserve“ der beteiligten Banken könnten am Ende sogar knapp 550 Millionen Stammaktien in den Händen der privaten Investoren landen. Hinzu kommen Vorzugsaktien im Wert von mittlerweile bis zu 5 Milliarden Dollar, für die die Investoren Zinsen erhalten; dieses Geld fließt GM selbst zu.

Analysten rechnen damit, dass die frischen GM-Aktien bei ihrem Debüt an der Wall Street kräftig steigen werden. Das hat seinen Grund: GM ist trotz aller Probleme immer noch der zweitgrößte Autohersteller der Welt nach Toyota. Der Konzern aus Downtown Detroit hatte sich in seiner Insolvenz von den Lasten der Vergangenheit befreien können wie überbordenden Personalkosten und hohen Schulden. Die Verkäufe steigen seit den Tiefständen im vergangenen Jahr wieder an.

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