Geplante Neuemission
Verschobener HelloFresh-Börsengang drückt Rocket Internet

Der Versender von Lebensmittelboxen, HelloFresh, macht große Verluste und will trotzdem an die Börse. Doch das wird nicht ganz so schnell klappen, wie zunächst erwartet – die Aktie der Mutter leidet.

Der Berliner Startup-Konzern Rocket Internet muss auf den Börsengang seiner Beteiligung HelloFresh Insidern zufolge noch länger warten. Der Lebensmittel-Lieferdienst werde seine Ankündigung in diesem Jahr nicht mehr umsetzen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Rocket-Internet-Aktie reagierte am Montagmorgen mit deutlichen Abschlägen. Das Papier notierte am Vormittag fast sechs Prozent im Minus bei 23 Euro.

Investoren seien angesichts des Marktumfelds skeptisch zur Bewertung von HelloFresh gewesen. Bei der jüngsten Finanzierungsrunde war das 2011 gegründete, schnell wachsende Unternehmen mit 2,6 Milliarden Euro bewertet worden - höher als die viertgrößte Container-Reederei Hapag-Lloyd, die am Freitag mit Mühe den Sprung an die Börse geschafft hatte.

HelloFresh hatte seine Börsenpläne Ende Oktober offiziell gemacht und sich dabei nicht auf einen Zeitpunkt festgelegt. Von der offiziellen Mitteilung bis zur Erstnotiz dauert es in der Regel aber nicht mehr als vier Wochen. Laut Finanzkreisen wollte HelloFresh 300 bis 500 Millionen Euro einsammeln. Das nächste Fenster für Börsengänge öffnet sich erst wieder im März oder April, wenn die testierten Geschäftszahlen für das Gesamtjahr vorliegen. Früher im Jahr sind Neuemissionen selten.

HelloFresh war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

HelloFresh liefert den Abonnenten seiner Kochboxen einmal pro Woche die Zutaten für komplette Rezepte frei Haus. In den ersten neun Monaten setzte das Unternehmen damit 198 Millionen Euro um, im vierten Quartal sollen bis zu 102 Millionen Euro dazukommen. Dabei schreibt HelloFresh tiefrote Zahlen: Nach neun Monaten stand ein Verlust von 58 Millionen Euro zu Buche - vor allem weil das Marketing allein 70 Millionen Euro verschlang.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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