Geplante Öffnung des Finanzplatzes treibt Kurse
Schub für die Börse Hongkong

Während weltweit die Börsen unter Druck sind, befinden sich die Aktien chinesischer Konzerne im Höhenflug. Pläne der Regierung in Peking, erstmals heimischen Kleinanlegern Investitionen an der Börse Hongkong zu gestatten, haben dort die Kurse der China-Werte in die Höhe getrieben.

PEKING. Papiere wie China Mobile oder China Life Insurance legten gestern kräftig zu. Viele Investoren spekulieren offenbar schon auf Massenkäufe der chinesischen Anleger. Auch in Schanghai erklomm der Index neue Höhen und peilte gestern die Marke von 5000 Punkten an.

Bislang können Kleinanleger der Volksrepublik im Ausland nur im Rahmen des Programms „Qualified Domestic Institutional Investor“ über ihre Bank – und damit nicht direkt – Wertpapiere kaufen. Zudem ist der Anlagebetrag auf 50 000 Dollar im Jahr begrenzt. Wie die staatliche Devisenbehörde (Safe) in Peking mitteilte, soll diese Regelung für die neuen Depots nicht mehr gelten.

Chinesische Privathaushalte sitzen auf rund 2,2 Mrd. Dollar an Ersparnissen. Die Anlagemöglichkeiten sind bislang sehr begrenzt, Chinas Sparzins liegt mit rund 3,3 Prozent zurzeit sogar unter der Inflationsrate. Mit den neuen Regeln will China vor allem aber, dass mehr Kapital ins Ausland fließt. Die Regierung hofft so, den hohen Handelsüberschuss des Landes zu drücken. Die neuen Depots müssen über die Bank of China und in der neu geschaffenen Sonderwirtschaftszone in Tianjin (nahe Peking) abgewickelt werden, teilte die Behörde mit. In Hongkong ist für die Transaktionen wiederum nur die BOCI Securities zuständig.

Experten lobten die Pläne der chinesischen Regierung. Allerdings seien viele Einzelheiten noch unbekannt, etwa ob der Umfang der Depots begrenzt werde. Unklar blieb auch, wann der Versuch starten soll, und ob er zeitlich begrenzt sein wird. Widersprüchlich war zudem, ob die Lockerung des Kapitalverkehrs sofort für alle Chinesen gelten wird oder zunächst nur für Bewohner von Tianjin.

„Das wäre auf jeden Fall ein großer Schritt in Richtung Marktliberalisierung“, bewertete Jun Ma, Analyst der Deutschen Bank in Hongkong, die Ankündigung. Er gehe davon aus, dass schon mit dem Pilotprojekt alle Chinesen über die Sonderzone in Tianjin Aktien in Hongkong kaufen können. Dies wäre ein „Durchbruch“ für Chinas Finanzmärkte.

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