Geplatzte Übernahme
Rhön-Aktien brechen ein

Nach der geplatzten Übernahme von Rhön-Klinikum durch den Konkurrenten Fresenius ist der Aktienkurs eingebrochen. Bis zuletzt hatten Anleger darauf spekuliert, dass der Deal doch noch klappt.
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FrankfurtDie Aktien von Rhön-Klinikum sind nach dem geplatzten Verkauf an Fresenius auf Talfahrt gegangen. Die Papiere brachen am Montag zum Handelsstart um zwölf Prozent auf 16,62 Euro ein. "Bis zuletzt hatten einige darauf spekuliert, dass der Deal doch noch klappt - aber jetzt ist die Katze aus dem Sack und die Rhön-Aktien rutschen erst einmal in den Keller", sagte ein Händler. Fresenius-Papiere verloren gut ein Prozent auf 80,69 Euro.

Die größte Übernahme am deutschen Krankenhausmarkt war geplatzt, weil Fresenius mit seiner Übernahmeofferte bis Mitte vergangener Woche lediglich 84,3 Prozent der Rhön-Aktien eingesammelt hatte. Für ein Gelingen des Kaufs wären mehr als 90 Prozent nötig gewesen. Diese Hürde hat Fresenius-Chef Ulf Schneider gesetzt, weil diese Zustimmungsquote in der Rhön-Satzung für alle wichtigen Entscheidungen vorgesehen ist.

Fresenius hat allerdings betont, dass der Konzern weiter Möglichkeiten prüft, um den Zusammenschluss doch noch zustande zu bringen. Ein neues Übernahmeangebot innerhalb der nächsten zwölf Monate wäre allerdings nur erlaubt, wenn der Rhön-Vorstand und die Finanzaufsicht BaFin zustimmen. Alternativ könnte Fresenius 30 Prozent der Rhön-Aktien über den Markt kaufen und dann ein Pflicht-Übernahmeangebot abgeben.

Zuvor wird sich der Fresenius-Vorstand nach Einschätzung von Branchenexperten allerdings wohl mit Asklepios -Gründer Bernard Broermann an einen Tisch setzen. Er hatte kurz vor dem Ablauf der Übernahmefrist mehr als fünf Prozent der Rhön-Aktien gekauft und Fresenius damit einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bisher hat sich Asklepios nicht konkret dazu geäußert, was das Familienunternehmen mit dem Aktienpaket vorhat. Der Konzern hat lediglich betont, es wolle sich weiter alle Gestaltungsmöglichkeiten bei Rhön-Klinikum offenhalten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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