Geringer Anteil an frei handelbaren Aktien des Maschinenbauers schreckt Anleger ab – Management geht auf Werbetour
Sauer-Danfoss findet kaum Interesse

Dass die Aktie von Sauer-Danfoss seit dieser Woche bei Investoren wieder im Gespräch ist, liegt nicht nur an der Werbetour des Managements. Die optimistischere Prognose des Maschinenbauer-Verbandes VDMA tat ihr Übriges dazu.

FRANKFURT/M. Für das laufende Jahr erwartet die Branche nun statt zwei Prozent einen Zuwachs von vier Prozent. Für Sauer-Danfoss besonders positiv: Gerade die Exportnachfrage, die für den Produzenten hydraulischer und elektronischer Systeme entscheidend ist, stieg zuletzt unerwartet stark. Produkte von Sauer-Danfoss finden sich in Sonderfahrzeugen für die Landwirtschaft, das Baugewerbe, den Straßenbau sowie in Rasenmähern.

Trotz dieser positiven Aussichten und eines Kursanstiegs seit Ende März von zwischenzeitlich rund 30 Prozent ist das Interesse der Analysten an dem Wert eher verhalten. Der Grund: Nur 22,7 Prozent der Aktien befinden sich im freien Handel (Free-Float). Den Großteil teilen sich die beiden Hauptaktionäre, die dänische Danfoss A/S und die Sauer Holding, die der Gründerfamilie Murmann gehört. Wegen der geringen Umsätze fiel die Aktie auch kürzlich aus dem Kleinwertesegment SDax. Zudem spielt nach Analystenmeinung „ die Musik in der Aktie“ sowieso in den USA, wo Sauer-Danfoss seinen Hauptsitz hat und ebenfalls gelistet ist. „Das Interesse der Institutionellen Investoren wird dann ansteigen, wenn auch der Anteil der frei handelbaren Aktien ansteigt“, sagt Dirk Lohmann von HSBC Trinkaus & Burkhardt, der Sauer-Danfoss als einziger Analyst noch in Deutschland beobachtet und mit „reduzieren“ einstuft.

Das Unternehmen selbst ist sich dessen längst bewusst. „Der geringe Free-Float ist ein Grundproblem, das wir angehen müssen“, sagt Finanzvorstand Karl Schmidt. Entweder entscheiden sich die beiden Hauptaktionäre, ihre Anteile zu reduzieren oder das Management nimmt für mögliche Akquisitionen im Rahmen einer Zweitplatzierung frisches Kapital am Aktienmarkt auf. Beides sei möglich, sagt Schmidt. Allerdings sei die Zahl potenzieller Übernahmekandidaten überschaubar und deren Preis noch immer nicht günstig, schränkt er ein.

Damit es mit der Aktie weiterhin bergauf geht, soll das starke Wachstum in den Bereichen Antriebe und Arbeitsfunktionen fortgesetzt werden und im Geschäftsfeld Steuerungen der Weltmarktanteil von über 50 Prozent gehalten werden. Dabei soll die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (Ebit), die derzeit bei rund sechs Prozent liegt, schon bald wieder sein, wo sie in der Vergangenheit gewesen war, nämlich bei zwölf Prozent.

Analyst Lohmann ist bei solch ambitionierten Zielen skeptisch. „Wegen des zyklischen Geschäfts bei Sauer-Danfoss werden besonders die Zahlen für das dritte und vierte Quartal entscheidend sein“, sagt er. Schließlich zeigt die Erfahrung aus dem vergangenen Jahr, dass nach einem guten ersten Halbjahr eine schlechte zweite Jahreshälfte das Ergebnis noch verhageln kann. Das Management erwartet dennoch steigende Margen. Schließlich ist deren Gehalt zum Großteil an die Ergebnisentwicklung gekoppelt.

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