Geringes Kursrisiko für Telekom und Daimler-Chrysler
Maut-Desaster lässt die Anleger bisher kalt

Ein echtes Risiko für die Titel für die Konsortiumsmitglieder Deutsche Telekom und Daimler-Chrysler sehen Analysten – zumindest momentan – trotz des eskalierenden Streits mit der Bundesregierung nicht.

DÜSSELDORF. Planmäßig ist am 1. Januar in Österreich die Maut für Lkw und Busse auf Autobahnen eingeführt worden. In Deutschland hingegen ist das noch Zukunftsmusik. Noch immer streiten sich das Verkehrsministerium und das Betreiberkonsortium Toll Collect um einen verbindlichen Starttermin. Auch wenn zurzeit die Kündigungsandrohung von Seiten des Ministeriums verstummen, ist ein Festhalten an den bisweilen umstrittenen Verträgen alles andere als sicher.

Eine unternehmerische Unsicherheit, die auch für Anleger interessant ist. Denn an Toll Collect sind Daimler-Chrysler und die Deutsche Telekom jeweils mit 45 Prozent beteiligt. Die Analysten geben jedoch zum größten Teil Entwarnung. Ein echtes Risiko für die Titel bestehe – zumindest momentan – nicht.

„In der Öffentlichkeit werden die Konzerne, die hinter Toll Collect stehen, kaum wahrgenommen. Der Imageverlust ist daher begrenzt“, sagt beispielsweise Fabian Kania von Helaba Trust. Er rechnet auch nicht damit, dass der Vertrag tatsächlich gekündigt wird. „Wahrscheinlich werden sich die Parteien einigen“, so Kania. Der Autobranchenanalyst sieht daher zumindest für die Aktie von Daimler-Chrysler nur wenig Risiko – aber auch kaum weitere Chancen. Denn das Papier des Automobilherstellers leide weiter unter den schlechten Ergebnissen von Chrysler. „Das Thema Lkw-Maut spielt da nur eine untergeordneten Rolle“, so Kania.

Auch für Malte Schaumann vom Analysehaus SES Research ist der Einfluss der Maut-Entscheidung auf den Aktienkurs nur sehr gering – sogar, falls das Verkehrsministerium sich für eine Kündigung ausspricht. „Für die nächsten Jahre wurde ohnehin nicht mit größeren Erträgen aus dem Maut-Geschäft gerechnet“, sagt der Anlageexperte. Ganz egal welchen Ausgang die Verhandlungen haben, wenn überhaupt werde der Kurs nur kurzfristig nachgeben, so Schaumann. Er hält die Titel bei dem aktuellen Wert von rund 37 Euro für fair bewertet.

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