Gewinn-Überraschung
Fresenius widersetzt sich dem Abwärtstrend

Der Gesundheitskonzern Fresenius SE hat am Morgen mit Quartalszahlen seiner Aktie einen kräftigen Aufwärtsschub versetzt. Doch bis das Papier die jüngsten Kursverluste ausgeglichen hat, könnte es noch etwas dauern.
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DüsseldorfDie Aktie des Gesundheitskonzerns Fresenius SE hat am Morgen seinen Abwärtstrend der vergangenen Woche durchbrochen und war zeitweise der einzige Gewinner im Dax. Nach der Anhebung der Gewinnprognose stiegen die Aktien um zwei Prozent auf 73,92 Euro. „Positive Nachrichten, da Fresenius SE erneut exzellente operative Zahlen liefern konnte und die Markterwartungen übertroffen hat“, fasste DZ-Bank-Analystin Christa Bähr zusammen.

Auf Halbjahressicht hat das Fresenius-Papier über zwölf Prozent zugelegt, allerdings hat die Aktie auch mit den heutigen Kursgewinnen noch nicht die Verluste der vergangenen Woche wettgemacht. Vor kurzem erreichte die Aktie noch einen Höchststand von 75,62 Euro.

Glänzende Geschäfte mit Nachahmermedikamenten (Generika) und Infusionen haben Fresenius im ersten Halbjahr zusätzliche Gewinne beschert. Konzernchef Ulf Schneider erhöhte nach den Zahlen am Dienstag zum zweiten Mal in diesem Jahr den Ergebnisausblick für den Konzern aus Bad Homburg bei Frankfurt. Von Januar bis Juni legte der Gewinn im Vorjahresvergleich um ein Fünftel auf 363 Millionen Euro zu, wie der Dax-Konzern am Dienstag mitteilte. Das operative Ergebnis (Ebit) der Fresenius SE & Co KGaA stieg um acht Prozent auf 1,207 Milliarden Euro.

Gewinntreiber war insbesondere die Sparte Generika und Infusionen (Kabi) mit einem um 13 Prozent höheren Umsatz (1,971 Milliarden Euro) und einem um 33 Prozent gewachsenen Gewinn von 181 Millionen Euro. Die wichtigste Konzernsparte, der ebenfalls im Dax notierte Dialyse-Dienstleister Fresenius Medical Care (FMC), brachte ebenfalls Umsatz- und Ergebnissteigerungen ein. Im zweiten Quartal stieg der Gewinn um fünf Prozent auf 261 Millionen US-Dollar. Der Umsatz kletterte auf 3,194 Milliarden Dollar. Der weltweit führende Anbieters von Produkten und Dienstleistungen rund um die Nierenwäsche bestätigte sein Umsatzziel für 2011 von mehr als 13 Milliarden US-Dollar (9,07 Mrd. Euro). Dabei soll mehr als eine Milliarde Dollar Gewinn anfallen.

Von den Analysten kommen heute ebenfalls größtenteils positive Signale für Fresenius. Sechs von ihnen haben seit den Zahlen ihre Einschätzung bei "Kaufen" bestätigt. Equinet hingegen hat Fresenius auf „Hold“ mit einem Kursziel von 75,00 Euro belassen. Der Gesundheitskonzern habe die Erwartungen etwas übertroffen und die Prognosen für 2011 angehoben, schrieb Analyst Edouard Aubery in einer Studie vom Dienstag. Unter Berücksichtigung der jüngsten Entwicklung des US-Dollar zum Euro könnten die durchschnittlichen Analystenschätzungen daher um ein bis vier Prozent steigen.

Die Commerzbank hat ihre Einstufung auf „Halten“ mit einem Kursziel von 69,00 Euro belassen. Die außerordentlich gute Profitabilität bei Kabi und Helios habe zu unerwartet hohen Gewinnen des Gesundheitskonzerns geführt, schrieb Analyst Volker Braun in einer Studie vom Dienstag. Dies sei dann der Auslöser für den erhöhten Ausblick gewesen. Die Umsätze hätten indes im erwarteten Rahmen gelegen.

Ein positives Signal kommt auch von Fitch Ratings: Die Agentur hat die Kreditwürdigkeit von Fresenius von 'BB' auf 'BB+' angehoben und schätzt die Aussichten auf diesem Niveau als stabil ein.

Annika Reinert
Annika Williamson
Handelsblatt / Freie Mitarbeiterin
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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