Gewinneinbruch
Anleger strafen die Deutsche Börse ab

Unerwartet schwache Quartalszahlen haben die Aktie der Deutschen Börse auf Talfahrt geschickt. Einige Analysten bestätigten zwar ihre Kaufempfehlung. Andere sehen wegen der Umsatzschwäche im Aktien- und Derivatehandel aber auch für das zweite Halbjahr schwarz. Hinzu kommt, dass ein wichtiger Kurstreiber dieses Jahr entfällt.

DÜSSELDORF. Mit Enttäuschung haben Anleger auf die Quartalszahlen der Deutschen Börse reagiert. Die Aktie des Frankfurter Börsenbetreibers brach gestern um mehr als sechs Prozent ein und rutschte unter 53 Euro. Seit Anfang Juni hat das Papier damit fast ein Fünftel an Wert verloren, während der Dax im gleichen Zeitraum gut fünf Prozent zulegen konnte. Gleichwohl bestätigten mehrere Bankhäuser ihre Kaufempfehlungen für die Aktie, andere Experten zeigten sich hingegen verschnupft.

Die Deutsche Börse hatte am Dienstag für das zweite Quartal einen Umsatz- und Ergebniseinbruch gemeldet. Die Umsätze sackten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent auf 515,6 Mio. Euro ein, das operative Ergebnis (Ebita) und der Überschuss fielen um je 34 Prozent auf 248,8 Mio. bzw. 164,9 Mio. Euro. Analysten hatten für sämtliche Kennzahlen höhere Werte vorhergesagt.

""Der Markt hat die Bestätigung bekommen, dass sich die schwachen Handelsaktivitäten an den Märkten in den Umsätzen der Deutschen Börse widerspiegeln", sagt Reginald Veit, Analyst bei Sal. Oppenheim.

Neben sinkende Handelsumsätzen hat die Börse noch ein zweites Problem: steigende Kosten. Im zweiten Quartal schnellten die Ausgaben wegen gestiegener Personalkosten und "erhöhten Investitionen in Wachstumsinitiativen" auf 322,5 Mio. Euro, nach 297 Mio. Euro im Vorjahr. Immerhin bestätigte das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr, der zufolge die Kosten maximal 1,28 Mrd. Euro betragen sollen. Chris Turner, Analyst bei Goldman Sachs, beließ die Deutsche Börse daraufhin auf seiner europäischen Favoritenliste.

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