Gewinnüberraschung
Easyjet-Aktie startet durch

Die britische Airline Easyjet schreibt wieder schwarze Zahlen und überrascht damit den Markt. Die Aktie springt gut 15 Prozent in die Höhe. Nicht das erste Mal, dass die Papiere für Spannung sorgen.
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Solche Rallys sind selbst bei volatilen Airline-Aktien selten. Kurz nach Börsenstart sprangen die Papiere von Easyjet an der Londoner Börse heute um 16 Prozent auf 3,64 Pfund in die Höhe und verharrten anschließend auf hohem Niveau. Der Grund für den plötzlichen Kurssprung: Easyjet präsentierte Geschäftszahlen, mit denen selbst die größten Optimisten nicht rechnen konnten.

Der britische Billigflieger fliegt nach einem starken dritten Geschäftsquartal auf Gewinnkurs. Für den wichtigsten Absatzmonat August seien bereits 75 Prozent der Tickets verkauft, sagte Unternehmenschefin Carolyn McCall am Freitag bei der Vorlage des Zwischenberichts. Damit dürfte der Vorsteuergewinn im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September 200 bis 230 Millionen britische Pfund (227 bis 261 Mio Euro) erreichen. Im dritten Geschäftsquartal bis Ende Juni legte Easyjet nach dem Aschewolke-Desaster ein Jahr zuvor kräftig zu. Der Umsatz sprang um gut 23 Prozent auf 935 Millionen Pfund. Im April 2010 war der Luftverkehr über Europa nach dem Vulkanausbruch in Island tagelang zum Erliegen gekommen.

Mit den gestiegenen Treibstoffkosten kommt Easyjet nach eigener Darstellung gut zurecht. Der Umsatz stieg im dritten Quartal dank höherer Ticketpreise stärker als die Zahl der Fluggäste, die lediglich um 17 Prozent auf 14,4 Millionen zulegte. Den Effekt der Aschewolke herausgerechnet hätte das Passagierplus nur knapp neun Prozent betragen. Zugleich waren die Flieger zu 86,3 Prozent ausgelastet, das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor.

Die Aussagen des Vorstandes sorgt für Hoffnung bei den zuletzt gebeutelten Aktionären. Seit 2007 stürzte der Aktienkurs von 7,2 britischen Pfund auf ein zwischenzeitliches Tief von 2,4 Pfund. Das Hoch von gut 4,7 Pfund zu Beginn dieses Jahres konnte die Aktie nicht verteidigen. Seit Jahreswechsel verlor die Aktie laut Reuters fast 30 Prozent, im vergangenen Monat waren es 11,7 Prozent.

Die Analysten hoffen auf Besserung. Numis stufte die Aktie heute von "Verkaufen" auf "Kaufen" hoch. Bereits Ende Juni hatte Barclays das Kursziel von 3.30 Pfund auf 3,75 Pfund angehoben.

Jens Hagen
Jens Hagen
Handelsblatt / Redakteur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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