Gewinnwarnung
Philips-Aktie stürzt um 13 Prozent ab

Nach der Gewinnwarnung ist die Aktie von Philips um rund 13 Prozent abgestürzt. Der Elektronik-Konzern kämpft nicht nur gegen die schwächelnde Nachfrage, sondern auch gegen die eigene, schwache Rentabilität.
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AmsterdamDie Hiobsbotschaften vom angeschlagenen Elektronik-Konzern Philips reißen nicht ab: Das niederländische Unternehmen schockierte am Mittwoch die Anleger mit einer Gewinnwarnung und kündigte weitere Sparschritte an.

Wegen der enttäuschenden Nachfrage in Europa wird der Überschuss in zwei von drei Sparten im zweiten Quartal deutlich einbrechen, wie der Siemens-Konkurrent überraschend mitteilte. Die Philips-Aktie stürzte in Amsterdam um rund 13 Prozent ab. In den letzten zwölf Monaten verloren die Anteilsscheine bereits 39 Prozent. Im Sog büßten auch die Siemens-Papiere etwas ein.

Viele Jahre galt Philips als Designikone. Der Konzern hat eine breite Produktpalette von der elektrischen Zahnbürste bis zum Fernseher. Heute kämpft Philips mit einer schwachen Rentabilität, unzähligen Geschäftszweigen und der günstigeren Konkurrenz aus Asien. Hinzu kommen ING-Analyst Sjoerd Ummels zufolge Probleme in zahlreichen Instustrieländern: „Die hohe Arbeitslosigkeit, das niedrige Einkommenswachstum und Verbrauchervertrauen haben der Nachfrage eine Beule verpasst.“

Europas größter Konsumelektronikkonzern mit 117.000 Mitarbeitern in 100 Ländern kündigte an, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) werde in der Lichtsparte im zweiten Quartal wohl um rund 60 Prozent einbrechen. Das Geschäft mit Verbraucherelektronik soll demnach sogar um mehr als 70 Prozent abstürzen. Damit würde am Ende lediglich ein Ebita von 85 beziehungsweise 50 Millionen Euro zu Buche stehen.

Angaben zur Entwicklung der Gesundheitssparte machte Philips nicht. „Die Tatsache, dass Philips so einen massiven Ausfall beim Gewinn kurz vor Quartalsende bekanntgibt, ist ein Schlag für die Glaubwürdigkeit der Firma“, sagte SNS Securities-Analyst Victor Bareno. Im Lichtgeschäft ist Philips Weltmarktführer.

Der neue Konzernchef Frans van Houten hatte zuletzt eine umfassende Überprüfung aller Geschäftsbereiche angekündigt. Mit Umstrukturierungen will er den Konzern wieder auf Wachstumskurs bringen. Bereits in der Wirtschaftskrise hatte Philips Tausende Stellen abgebaut.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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