Gewinnwarnung
Solon-Aktie stürzt ins Bodenlose

Noch vor wenigen Monaten hatte Solon für 2011 schwarze Zahlen in Aussicht gestellt. Heute kassierte das Solar-Unternehmen diese Prognose – und verschreckte die Anleger. Die Aktie stürzte auf ein Rekordtief ab.
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DüsseldorfDie Solon-Aktie gehört heute zu den größten Verlierern am deutschen Aktienmarkt. Nachdem das Solarunternehmen seine Gewinnprognose kappte, stürzte das Papier in der Spitze um fast 16 Prozent ab und markierte ein neues Rekordtief bei 1,81 Euro. Im Handelsverlauf reduzierte sich das Minus auf acht Prozent. Die Aktie notierte am Nachmittag wieder bei knapp zwei Euro.

Anleger, die in die Papiere des Solar-Konzern investiert haben, mussten in den vergangenen Monaten starke Nerven haben: Im Dezember war die Aktie nur einige Cent mehr wert als heute, startete dann aber ein kleines Kursfeuerwerk. Der Kurs stieg im Februar auf mehr als fünf Euro. Es folgte ein Rücksetzer auf knapp unter drei Euro und ein weiterer sehr steiler Anstieg auf 6,05 Euro im März. Seither hat sich der Kurs gedrittelt.

Die heutige Gewinnwarnung könnte weitreichende Folgen für Solon haben. Die Ankündigung eines erneuten Verlustes bei der hochverschuldeten Solarfirma lässt eine Einigung mit den Banken in weite Ferne rücken. Seit Mai verhandele der Vorstand mit dem Konsortium unter Führung der Deutschen Bank über eine Kreditverlängerung, sagte eine Firmensprecherin. Eine Einigung erwarte der Vorstand aber erst im Abschlussquartal.

Die einstige Vorzeigefirma aus Berlin nahm ihre Ziele für 2011 zum zweiten Mal in diesem Jahr zurück und erwartet nun einen herben Umsatzrückgang auf rund 500 (620) Millionen Euro und „deutliche“ Verluste. Neben den Sanierungs- und Kreditkosten setzt Solon das schwache Geschäft in Deutschland und Italien zu.

Der mit über 400 Millionen Euro verschuldete Solarmodulhersteller ringt schon seit längerem ums Überleben. Schulden und Sanierungskosten hatten Solon bereits 2010 einen Nettoverlust von knapp 20 Millionen Euro eingebrockt - trotz des Branchenbooms. Das Ebit erreichte mit 0,4 Millionen Euro knapp die Gewinnzone. Für das laufende Jahr hatte der Vorstandschef Stefan Säuberlich zunächst Besserung gelobt: Das Ebit sollte positiv und das Nettoergebnis ausgeglichen ausfallen, der Umsatz sollte um einen zweistelligen Prozentsatz steigen. Das wird nun nichts.

Analysten hatten zuletzt bereits den Daumen gesenkt: "Verkaufen" hieß es unter anderem bei DZ-Bank und WestLB. Letztere nennt als fairen Wert der Aktie gerade mal 1,70 Euro. Die heutige Gewinnwarnung ist da allerdings noch gar nicht berücksichtigt.

Jessica Schwarzer
Jessica Schwarzer
Handelsblatt / Chefkorrespondentin Börse
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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