Glücksspieltechnik-Hersteller Novomatic erwägen Börsengang

Der österreichische Glückspieltechnik-Hersteller Novomatic über einen Börsengang in London nach, sagen Insider. Das Unternehmen könnte demnach mit über sechs Milliarden Euro bewertet werden.
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Der Glücksspieltechniker Novomatic soll einen Börsengang erwägen. Quelle: dpa
Glücksspielautomaten

Der Glücksspieltechniker Novomatic soll einen Börsengang erwägen.

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Frankfurt/WienDie Eigner der österreichischen Glücksspieltechnik-Firma Novomatic denken Insidern zufolge über einen Börsengang nach. Dabei könnte das Unternehmen mit mehr als sechs Milliarden Euro bewertet werden, wie drei mit den Überlegungen vertraute Personen sagten. Eine von ihnen erklärte, der Sprung aufs Parkett werde wahrscheinlich in London erfolgen. Ein Novomatic-Sprecher sagte, es gebe derzeit keine konkreten Entscheidungen hinsichtlich neuer Finanzierungsprojekte.

Novomatic produziert unter anderem Glücksspielautomaten sowie Casino-Systeme und beschäftigt rund 28.000 Menschen in 50 Ländern. Der Umsatz belief sich 2015 auf knapp vier Milliarden Euro, der Betriebsgewinn im ersten Halbjahr 2016 auf 287 Millionen Euro.

Sie sind jung und wollen das Geld
Die Deutschen und das Glücksspiel
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Glücksspielland Deutschland: Es mangelt nicht an neuen Angeboten und spektakulären Gewinnversprechen. Im Internet sind Glücksspiel- und Wettangebote auf dem Vormarsch, neben dem klassischen Lotto gibt es den länderübergreifenden Eurojackpot. Dennoch versuchen sich nach den offiziellen Zahlen immer weniger Deutsche an Glücksspielen. Allerdings: Junge Männer sind anfälliger für illegale Wetten.

Quelle: dpa

Fraglicher Kurs
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Die staatlichen Lotto-Gesellschaften und einiger Länder sehen sich daher bestätigt und wollen an der bisherigen Glücksspielregulierung festhalten – trotz Fehlschlägen. Durch die Hängepartie bei Sportwett-Lizenzen aber boomen der unregulierte und der „schwarze“ Markt. Viele Spieler zocken bei obskuren Anbietern in rechtlichen Grauzonen – aber offen.

Um welche Größenordnung geht es beim Glücksspiel?
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Es geht um einen weltweit wachsenden Markt - und um viel Geld. Neben klassischen Casino-Spielen gibt es Spielautomaten, Lotterien und Wetten. 2012 wurden in Deutschland nach früheren Angaben der Beratungsfirma Goldmedia rund 10,7 Milliarden Euro an Brutto-Spielertrag erwirtschaftet. Im sogenannten regulierten Glücksspielmarkt entfällt auf Spielautomaten der weitaus größte Marktanteil. Mitte 2015 gab es nach Angaben der Branche etwa 316.000 Spielautomaten, davon 269.000 Geld-Spiel-Geräte. Laut der Automatenindustrie VDAI nutzen schätzungsweise fünf Millionen Menschen pro Jahr diese Geldspielgeräte.

Der Staat verdient doch kräftig am Glücksspiel mit?
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In der Tat. Er will einerseits Spielsucht eindämmen und illegale Anbieter vom Markt drängen, gleichzeitig aber mehr Umsätze erwirtschaften, Steuern einnehmen und sich gegenüber Privaten behaupten. Der Staat ist Akteur und zugleich Aufsichtsbehörde.

Wie wird der deutsche Glücksspielmarkt reguliert?
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2012 konnten die Länder das seit Jahren umstrittene staatliche Lottomonopol noch einmal retten. Dieses Monopol wird damit begründet, dass nur so Verbraucher-, Daten- und Jugendschutz gesichert werden könnten. Doch mit dem damals neu ausgehandelten Glücksspielstaatsvertrag musste der lukrative Markt für Private geöffnet werden. Für sieben Jahre sollten eigentlich 20 Konzessionen an Sportwetten-Anbieter vergeben werden.

Und wie sieht es mit der Umsetzung aus?
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Das Verfahren gilt als gescheitert. In vielen Fällen wird daher in einer rechtlichen Grauzone gezockt. Der Schwarzmarkt boomt, ehrliche Anbieter müssten in die Röhre schauen, und Internetspieler hätten keine Möglichkeit, ein Angebot auf Seriosität zu prüfen, meinen Kritiker. Obwohl derzeit kein privates Unternehmen reguliert ist und über eine Konzession nach dem aktuellen Glücksspielstaatsvertrag verfügt, agieren private Sportwetten-Anbieter sichtbar in der Öffentlichkeit und zahlen auch reichlich Steuern an den Fiskus.

Aber das Glücksspiel ist doch weiter auf dem Rückzug?
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Das zeigen zumindest die aktuellen Zahlen des staatlichen Lotto- und Totoblocks und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Trotz millionenschwerer Jackpots verlieren Lotto und andere Glücksspiele ihren Reiz. 37,7 Prozent der Befragten im Alter zwischen 16 und 70 Jahren gaben an, im zurückliegenden Jahr an einem Glücksspiel teilgenommen zu haben. Im Jahr 2007 lag der Anteil der gelegentlich oder gewohnheitsmäßig Spielenden noch bei 55 Prozent.

Das Unternehmen ist im Besitz der Familie von Gründer Johann Graf. Als Alternative zu einem Börsengang erwägen die Eigner den Verkauf eines Minderheitsanteils an eine Beteiligungsgesellschaft, wie die Insider weiter erklärten.

Die Finanzagentur Bloomberg hatte zuvor von IPO-Plänen berichtet.

  • rtr
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1 Kommentar zu "Glücksspieltechnik-Hersteller: Novomatic erwägen Börsengang"

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  • "Herr Alfred E. Neumann - 09.03.2017, 12:35 Uhr

    Liebe Kommentatoren, leider werden wir noch viereinhalb Jahre mit der psychopatologischen Zonenpfaffentochter oder dem Kriminellen Alkoholiker leben müssen.
    Handlungsunfähig werden wir gezwungen zuzuschauen wie dieses großartige Land zugrunde gerichtet wird!"

    @HBO
    das ist sogar unter meinem Niveau.
    Ich bin zwar ein glühender Anhänger von Trump und Putin, und sehe für unser Reich nur die AFD als Rettung, aber das geht wirklich zu weit.
    Bitte Neumann entfernen, der ist ja wohl MAD! Danke

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