Götze geht, Bafin kommt: Fußball ist nichts für die Börse

Götze geht, Bafin kommt
Fußball ist nichts für die Börse

Der Transfer von Mario Götze ruft die Börsenaufsicht auf den Plan. Hat der BVB seine Anleger zu spät informiert? Und welche Rolle spielt die Bild-Zeitung? Die Posse zeigt: Fußball und Börse passen einfach nicht zusammen.
  • 0

DüsseldorfFußball und Börse – das hat noch nie gepasst. Den besten Beweis liefert der Transfer von Mario Götze vom BVB zu Bayern München. Die Nachricht vom Wechsel des Jungstars elektrisierte nicht nur die Fans. Auch für die Anleger war die Personalie nicht ganz unwichtig. Der Abgang eines Leistungsträgers hat allemal das Zeug dazu, den Kurs zu bewegen.

Der BVB ist kein ganz „normaler“ Klub, sondern eine börsennotierte Aktiengesellschaft. Das heißt: Er muss sich an die Regeln der Börse halten. Die passen allerdings nicht mit denen des Sports zusammen. Das Problem: Die Dortmunder haben zunächst eine Meldung der Bild-Zeitung bestätigt, und dann erst, eine Weile später ihre Anteilseigner unterrichtet.

Am Dienstagmorgen hatte Dortmund auf einen Artikel in der Bild reagiert und mitgeteilt, dass Götze die Absicht habe, zu den Bayern zu wechseln. Als der Transfer öffentlich geworden war, brach der Kurs der BVB-Aktie um mehrere Prozent ein. Erst zwei Tage später gab der Verein eine Ad-hoc-Meldung zum Wechsel heraus. Als börsennotierte Aktiengesellschaft ist Borussia Dortmund verpflichtet, seine Aktionäre umgehend zu informieren, sobald Informationen bekannt werden, die den Aktienkurs bewegen könnten.

Man stelle sich nur einmal vor, ein Unternehmen aus dem Dax würde sich so etwas erlauben: Martin Winterkorn wechselt von Volkswagen zu BMW – und die Anleger erfahren es aus der Bild-Zeitung.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat sich daher der Sache angenommen. Sie prüft, ob der BVB die gültigen Informationspflichten verletzt hat. Es drohe im schlimmsten Fall ein Bußgeld von einer Million Euro, schreibt die Süddeutsche Zeitung.

Die Dortmunder weisen jede Schuld von sich. Finanzchef Thomas Treß erklärte, man habe „korrekt gehandelt“. Er begründete die Verzögerung damit, dass erst an jenem Donnerstag das schriftliche Angebot von Bayern München eingegangen sei - gemeinsam mit einer schriftlichen Erklärung von Götze, dass er wechseln möchte. Und daraufhin habe man in Absprache mit der Bafin sofort die Ad-hoc-Meldung herausgegeben. „Bis dahin waren uns die Hände gebunden. Wir können ja nicht aufgrund von Gerüchten in Boulevard-Medien den Kapitalmarkt informieren, das wäre unseriös“, so Treß. Der BVB habe bis dahin auch keinen offiziellen Anruf von Bayern München erhalten.

Seite 1:

Fußball ist nichts für die Börse

Seite 2:

Unvernünftige Aktionäre

Kommentare zu " Götze geht, Bafin kommt: Fußball ist nichts für die Börse"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%