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Goldman Sachs sieht die Deutschen nach Wahl als reformscheu an

Das US-Investmenthaus Goldman Sachs hat den Deutschen im Hinblick auf die Bundestagswahl eine gewisse Reformscheu bescheinigt. Die große Mehrheit habe sich gegen die von CDU/CSU und FDP angekündigten radikalen Reformen ausgesprochen, hieß es in einer am Dienstag herausgegebenen Studie.

dpa-afx FRANKFURT. Das US-Investmenthaus Goldman Sachs hat den Deutschen im Hinblick auf die Bundestagswahl eine gewisse Reformscheu bescheinigt. Die große Mehrheit habe sich gegen die von CDU/CSU und FDP angekündigten radikalen Reformen ausgesprochen, hieß es in einer am Dienstag herausgegebenen Studie. Angesichts des unklaren Wahlausgangs und der Aussagen der Spitzenpolitiker sei in den kommenden Wochen mit anhaltender Unsicherheit zu rechnen.

Analyst Dirk Schumacher wies gleichzeitig darauf hin, dass die Union unabhängig von der Nachwahl in Dresden auch im kommenden Bundestag die größte Fraktion stellen werde. Der Experte hält eine Große Koalition für das wahrscheinlichste Ergebnis der anstehenden Sondierungsgespräche. Allerdings habe auch niemand eine so genannte Jamaika-Koalition mit CDU/CSU, Liberaldemokraten und Grünen ausgeschlossen. Die Union selbst befürworte diese Lösung, werde die Grünen aber wohl kaum überzeugen können.

Nach Ansicht Schumachers sind aber auch Neuwahlen eine Möglichkeit. Bundespräsident Horst Köhler könnte den Bundestag auflösen, falls sich nach zwei Wahlgängen noch keine Mehrheit abzeichnet und er einen im dritten Wahlgang gefundenen Minderheitskanzler nicht akzeptiert. Selbst eine große Koalition werde voraussichtlich nicht die gesamte Legislaturperiode überdauern.

Die Reaktion der Finanzmärkte auf den Wahlausgang sei nicht sehr spektakulär ausgefallen, hält Schumacher fest. Die Umfrageergebnisse hätten auch zuvor schon gewisse Zweifel am Zustandekommen einer schwarz-gelben Mehrheit genährt. Seiner Ansicht nach ist diese Gelassenheit unter anderem darauf zurückzuführen, dass die bereits eingeleiteten Reformen Bestand haben werden - unabhängig von der Zusammensetzung der künftigen Regierung.

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