Goldpreis
Experten sehen noch Potenzial

Der Anstieg des Goldpreises auf das Rekordhoch von über 1 200 Dollar weckt das Interesse von Privatanlegern. Experten rechnen mit weiter steigenden Preisen. Gleichzeitig mahnen sie zur Vorsicht. Denn Goldtitel führen oft ein Eigenleben - und werden von Emotionen gesteuert.
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KAPSTADT. Gold ist in. Selbst Rekordpreise von über 1 200 Dollar schrecken potenzielle Investoren nicht ab. Wer sein Portefeuille mit Gold noch aufwerten will, kann dies unter anderem über den Kauf der Titel von Goldförderern tun. Allerdings müssen Investoren dafür starke Nerven haben.

"Anders als die Aktien anderer Rohstoffförderer führen Goldtitel oft ein Eigenleben", warnt der südafrikanische Goldexperte Barry Seargant. Nicht selten werde ihr Kurs mehr von emotionalen als von harten wirtschaftlichen Faktoren bestimmt. Bezeichnend dafür ist, dass der Goldindex der Johannesburger Börse (JSE) trotz der immer neuen Rekordstände des Edelmetalls noch unter seinem Stand von 2002 liegt. Damals war Gold nur halb so teuer wie heute: Gestern kostete eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) zeitweise fast 1 217 Dollar. Auch auf Euro-Basis war es mit über 800 Euro so teuer wie nie zuvor.

Die Papiere der meisten Goldförderer sind zwar auch leicht gestiegen, doch weniger als der Goldpreis selbst. Ein Grund dafür liegt darin, dass viele Minentitel nach ihrem Absturz Ende 2008 zu Jahresbeginn stark an Terrain gewonnen hatten.

Schwierige Bedingungen am Kap

Dennoch sehen einige Experten wie Edmond Carmignac von der gleichnamigen französischen Fondsgesellschaft weiteres Aufholpotenzial. Andere wie Daniel Sacks, Portfoliomanager des Global Gold Fund von Investec, erwarten zwar ebenfalls einen weiter steigenden Preis, aber gleichzeitig eine nachlassende Nachfrage. Mittelfristig werde es daher zu einer Stagnation kommen, glaubt Sacks.

Die jüngst von nordamerikanischen Branchenriesen wie Barrick Gold und Goldcorp für das dritte Quartal vorgelegten Resultate erfüllten weitgehend die Erwartungen. Allerdings haben die Goldförderer überall mit höheren Kosten zu kämpfen: Im Fall von Newmont Mining, dem weltweit zweitgrößten Produzenten, stiegen die Kosten von 2002 bis 2007 um zwei Drittel je Unze. Zugleich mangelte es an größeren neuen Funden. Der Londoner Finanzdienstleister Westhouse Securities schätzt, dass die Neuentdeckungen an Gold von 1985 bis 2003 im Vergleich zu den vorherigen 15 Jahren um 30 Prozent zurückgegangen sind.

Besonders hoch im Kurs steht bei vielen Anlegern der Goldförderer Randgold Resources mit seiner couragierten Führung um Mark Bristow. Das vor allem in Zentral- und Westafrika tätige Unternehmen wird künftig herausragende Ergebnisse abliefern müssen, um den gewährten Vertrauensvorschuss zu rechtfertigen.

Schwieriger als anderswo gestaltet sich die Lage für die Unternehmen in Südafrika, dem jahrzehntelang wichtigsten Goldproduzenten der Welt. Noch mehr als in anderen Ländern spielen am Kap landesspezifische Faktoren eine große Rolle bei der Bewertung der Goldaktien: Ein Grund für die hohen Kosten liegt darin, dass die Förderer am Kap wegen des hohen Alters der bearbeiteten Goldflöze immer tiefer graben müssen. Mehrere Minen sind bereits bis in Tiefen von 4 000 Metern vorgestoßen.

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