„Grexit“-Ängste belasten Griechenlands größte Bank ist jetzt ein Penny-Stock

Griechenland driftet Richtung Zahlungsunfähigkeit. Besonders hart trifft es die Banken – vielen droht die Pleite. Selbst dem größten Institut, der National Bank of Greece, könnte das Geld ausgehen. Die Anleger flüchten.
Update: 15.06.2015 - 10:26 Uhr Kommentieren
Für die National Bank of Greece stehen die Ampel auf rot. Die Aktien der größten Bank des Landes sind zum Penny-Stock verkommen. Quelle: AFP
National Bank of Greece auf Abwegen

Für die National Bank of Greece stehen die Ampel auf rot. Die Aktien der größten Bank des Landes sind zum Penny-Stock verkommen.

(Foto: AFP)

DüsseldorfDer ausgebliebene Kompromiss zwischen Griechenland und seinen internationalen Geldgebern erschüttert die Märkte. Besonders stark zu spüren sind die Erschütterungen bei den griechischen Banken. Der Bankenindex des Krisenlandes verlor über zwölf Prozent. Die größte Bank des Landes, die National Bank of Greece, ist am Montag sogar erstmals zu einem Penny-Stock verkommen. Zuletzt gaben die Papiere 15,2 Prozent auf 0,89 Euro nach.

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat bereits am Samstag die Kreditwürdigkeit der vier größten griechischen Banken herabgesetzt. Die Bonitätseinstufung sei um eine Note auf „CCC“ gesenkt worden, teilte S&P mit. Das ist die letzte Stufe vor der Einstufung als „Zahlungsausfall“. Dies betreffe auch die Alpha Bank, die Eurobank und die Piraeus Bank. Sie steuerten ohne eine Einigung im Schuldenstreit in den kommenden Monaten auf eine Pleite zu. Standard & Poor's hatte am Mittwoch auch die Kreditwürdigkeit Griechenlands um eine Stufe auf „CCC“ herabgesetzt.

Die Direktorin der neuen EU-Abwicklungsbehörde für Banken (SRB), Elke König, befürchtet, dass mit dem griechischen Staat auch die griechischen Banken zusammenbrechen könnten. Noch seien die Banken zwar solvent, doch das „könnte sich ändern, wenn der Staat zahlungsunfähig wird“, sagte König dem Handelsblatt .Über den griechischen Instituten hänge ein „gefährliches Damoklesschwert“.

„Grenze zur Konkursverschleppung“

Das Eigenkapital der Banken bestehe teilweise aus steuerlichen Verlustvorträgen. „Wenn der griechische Staat insolvent wird, dann werden diese 'deferred tax assets' vermutlich wertlos“, sagte König. Kritisch bewertete die SRB-Chefin die von der EZB geduldete Finanzierung der griechischen Banken mit Ela-Notkrediten. „Die Grenze zwischen Ela und Konkursverschleppung ist fließend“, sagte sie.

Für griechische Banken sei es „fünf vor zwölf“ hatte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret Anfang Juni gesagt. Die Institute werden über Notkredite der Europäischen Zentralbank am Leben gehalten.

Welche Länder Rendite-Chancen bieten
Australien
1 von 10

Das Analysehaus Keppler Asset Management hat seine Kandidaten für seine Strategie „Top Value“ veröffentlicht. Zu dieser Liste gehören nur Industrieländer – die „Emerging Markets“ wurden bewusst ausgeblendet. Keppler setzt nach dem Prinzip des Value-Investing auf unterbewertete Märkte. Ausgehend von Einzelaktien, die den Markt des jeweiligen Landes wiederspiegeln, baut Fonds-Manager Keppler Länderwerte zusammen. Um sie anschließend zu bewerten, sieht der Analyst unter anderem auf das durchschnittliche Preis-Buchwert-Verhältnis, Preis-Cash-Flow-Verhältnis, Preis-Gewinn-Verhältnis und auf die durchschnittliche Dividenden- und Eigenkapitalrendite. Keppler sieht für Australien in den nächsten Jahren ein überdurchschnittliches Renditepotenzial.

Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 26,9 Prozent
Geschätzte Rendite (3-5 Jahre): 48,9 Prozent

Quelle: Keppler Asset Management Inc., Developed Markets Country Selection

Österreich
2 von 10

Ebenfalls zu den unterbewerteten Märkten gehört laut Keppler der österreichische Aktienmarkt. Hier verspricht sich der Fondsmanager überdurchschnittliche Zuwächse.

Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 44,4 Prozent
Geschätzte Rendite: (3-5 Jahre): 57,9 Prozent

Frankreich
3 von 10

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der EU ist laut Keppler einen Kauf wert. Der Aktienmarkt Frankreichs werde überdurchschnittlich (verglichen mit dem MSCI World) zulegen.

Geschätzte Index-Entwicklung: 22,9 Prozent
Geschätzte Rendite: 36,4 Prozent

Deutschland
4 von 10

Deutschland gehört schon seit mehreren Jahren zur „Top Value“ Strategie von Keppler. Bereits im Jahr 2013 sah Keppler den deutschen Markt als unterbewertet an. Im Frühling 2015 hat sich die Einschätzung immer noch nicht geändert – obwohl der deutsche Leitindex Dax in diesem Jahr bereits mehr als 20 Prozent zugelegt hat. Doch die Experten sehen noch Luft nach oben.

Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 22,9 Prozent
Geschätzte Rendite (3-5 Jahre): 34,3 Prozent

Hong Kong
5 von 10

Hong Kong zählt ebenfalls zu den Märkten, die einen Kauf wert sind. Hier sieht das Fondshaus Keppler jährliche Zuwachsraten von mehr als elf Prozent.

Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 39,2 Prozent
Geschätzte Rendite: 53,9 Prozent

Italien
6 von 10

Italiens Aktienmarkt hat sich von dem Absturz im Jahr 2007, dem Jahr der Finanzkrise, nicht wirklich erholt – anders als der deutsche. Auch deshalb sieht Keppler den italienischen Markt als unterbewertet.

Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 22,9 Prozent
Geschätzte Rendite (3-5 Jahre): 35,7 Prozent

Japan
7 von 10

Japans Notenbank flutet den Markt mit Geld. Noch hat das Geldpolitik-Experiment keine Früchte gebracht, die Wirtschaft stottert weiterhin. Doch der schwache Yen hilft den Exportunternehmen und Experten hoffen, dass das Programm der Notenbank bald fruchtet.

Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 22,8 Prozent
Geschätzte Rendite (3-5 Jahre): 30,8 Prozent

Die Gläubiger-Institutionen hatten Griechenland in der vergangenen Woche Konditionen für die Auszahlung zurückgehaltener Hilfskredite von 7,2 Milliarden Euro genannt. Tsipras wies die Vorschläge als „absurd“ zurück, seine eigenen Vorschläge wurden wiederum von Brüssel als unzureichend abgelehnt. Gibt es in den kommenden Tagen keinen Durchbruch, droht Athen Ende des Monats die Pleite, wenn das Hilfsprogramm ausläuft und Kredite von 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgezahlt werden müssen.

Wegen der festgefahrenen Situation hatten die Euroländer am Donnerstag erstmals offiziell über den Fall einer Staatspleite Athens beraten. Die Beratungen fanden nach Angaben aus EU-Kreisen bei einem Treffen der Euro-Finanzstaatssekretäre im slowakischen Bratislava statt.

  • afp
  • dpa
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